Erstellt am 02. April 2016, 18:57

"Schau ma amoi - Wirtschaft & Werte 2.0". LH Pröll und Abt Pilsinger eröffneten Schau über Staatsvertrags-Kanzler Raab

Wirtschaftskammer Österreich-Präsident Christoph Leitl, Abt Petrus Pilsinger, Sonja Zwazal, Wirtschaftskammer NÖ, Landeshauptmann Erwin Pröll. Man fragte Julius Raab einst, ob er denn an einem Freitag nicht faste und auf Fleisch verzichte und er meinte zur Knacker: Das ist keine Wurst, das ist eine Mehlspeise.  |  NOEN, Zarl

Um die Österreichs Nachkriegsgeschichte prägende Person des vor 125 Jahren geborenen Staatsvertrags-Kanzlers Julius Raab rankt sich die Sonderausstellung "Schau ma amoi - Wirtschaft & Werte 2.0" im niederösterreichischen Stift Seitenstetten.

Landeshauptmann Erwin Pröll, Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und Abt Petrus Pilsinger eröffneten am Freitag mit einem großen Festakt die Schau, die Raab auch zur Kristallisationsfigur zum Thema menschen- und umweltgerechte Ökonomie macht. Geboten werden Informationen über die Soziale Marktwirtschaft als "Raabs Vermächtnis" und Ausblicke auf das Wirtschaften und Arbeiten im 21. Jahrhundert.

Der gebürtige St. Pöltner Julius Raab (1891-1961) hatte eine enge Verbindung zum Stift Seitenstetten: Er war Schüler des Stiftsgymnasiums, zudem wird sein privater Nachlass in dem Mostviertler Benediktinerkloster verwaltet.

Soziale Marktwirtschaft sei heute "aktueller denn je"

Die von Raab forcierte Soziale Marktwirtschaft sei heute "aktueller denn je", erklärte Abt Pilsinger. Zugleich gebe es eine enge Verbindung zum heiligen Benedikt von Nursia: Auch der Verfasser der benediktinischen Ordensregel habe nachhaltiges Wirtschaften und respektvollen Umgang miteinander hervorgehoben und damit "bis heute das Denken geprägt". Die Ausstellung werde "Fragen zu aktuellen Themen um Wirtschaft und Werte anstoßen und die Besucher zum Nachdenken anregen", prognostizierte der Abt.

Landeshauptmann Pröll betonte bei der Eröffnung die Notwendigkeit der christlichen Orientierung, die in Seitenstetten geboten werde und die zum Miteinander in der Gesellschaft beitrage. Der Landespolitiker unterstrich die Bedeutung der Eigenverantwortung, die zu Zeiten Raabs selbstverständlicher gewesen sei als heute: Jede und jeder könne ein kleines Stück dazu beitragen, dass etwas im Land weitergehe. Heute hätten sich viele daran gewöhnt, dass der Staat alles richte, bedauerte Pröll.

Wirtschaftskammer-Präsident Leitl verwies auf das große Vermächtnis Raabs, zugleich solle die Seitenstettner Ausstellung den Blick nach vorwärts lenken. Gerade heute brauche die Gesellschaft Wegweiser, Grundwerte und Hausverstand. Der "große Europäer" Julius Raab stehe für all das, er habe sich für eine friedliche Welt eingesetzt und für mehr Miteinander auf dem Kontinent, so Leitl.

Die Ausstellung "Schau ma amoi - Wirtschaft & Werte 2.0" wird von einem Veranstaltungsreigen begleitet: Neben kulturellen Events sind Diskussionen und Vorträge zum Thema Wirtschaften und Werte vorgesehen. Für Schulklassen gibt es eigenes Vermittlungsprogramm. (Infos: www.schau-ma-amoi.at )

 

Fotos (Wolfgang Zarl):