Perchtoldsdorf

Erstellt am 01. September 2017, 05:46

von NÖN Redaktion

Theaterstück „Heidi“ hat immer noch Aktualität. Zuschauer honorierten die Leistung des Ensembles mit herzlichem Applaus.

Regisseurin Birgit Oswald (h.) mit ihrem Schauspielerteam Miriam Fontaine, Karoline Gans, Hermann J. Kogler und Clara Diemling  |  Pam

Nach Johanna Spyris Vorlage aus dem Jahre 1880 hat Dramaturg Joachim Henn eine lebendige gegenwärtige, aber nicht oberflächlich aktualisierende Bühnenfassung geschrieben, die den Zauber und die Kraft des Originals bewahrt.

Den Wunsch, seinen Ort in der Welt zu finden, die Angst vor Verlassenheit, die Sehnsucht nach Geborgenheit und Freundschaft, die Kraft von ungebrochener Lebensfreude und grenzenlosem Vertrauen kennen Kinder und Erwachsene heute wie damals gleichermaßen.

Wie in den Vorjahren setzt Regisseurin Birgit Oswald im Kulturzentrum – sie ist mit Natalie Pedetti und Richard Prack auch für die Kostüme und die Bühne verantwortlich – die Geschichte über verschiedene Wege und Facetten der Freundschaft mit Schwung, Witz und dennoch mit Tiefgang in Szene.

"Alles ist durchdacht"

Clara Diemling zeigt eine herzerwärmende Heidi, die mit unwiderstehlichem Temperament und Charme alle Lebenssituationen annimmt, dennoch ihren eigenen Platz sucht – und natürlich auch findet. Miriam Fontaine lässt hinter Klaras Wohlerzogenheit immer auch den Wunsch nach überbordender Lebensfreude erkennen. Miriam Fontaine gibt zudem ihren weiteren Episodenrollen starke und differenzierte Konturen.

Karoline Gans zeigt, dass hinter der rauen Schale des „Geißenpeters“ die zarte und verletzte Seele eines Kindes liegt. Alles ist durchdacht und ebenso sinnlich wie nachvollziehbar. Zu sehen bis 24. September, Tickets im Infocenter oder in der Raiffeisenbank Wiener Gasse.