Erstellt am 08. März 2016, 06:19

von Michaela Fleck-Regenfelder

Karaoke zum Abschied. Tomas Zierhofer-Kin verabschiedet sich nach zwölf Jahren mit alten Bekannten und neuen Aufregern vom Donaufestival.

Der scheidende, der künftige und der politische Intendant: Tomas Zierhofer- Kin, Thomas Edlinger und Landeshauptmann Erwin Pröll (von rechts).  |  NOEN, NLK / Reinberger
„Sie werden uns abgehen!“ Sagt der Landeshauptmann über den Intendanten, der ab 2017 die Wiener Festwochen leiten wird. Und schwärmt von „Innovationskraft“, „Selbstbewusstsein“ und dem „jungen, kritischen Publikum“. Zwölf von insgesamt 28 Jahren, die Niederösterreichs heute provokantestes Festival an der Donau schon Kultur macht, hat Tomas Zierhofer-Kin programmiert. Und zwar mit dem, was für ihn „die Geschichte des Donaufestivals ausmacht“: mit der „Nicht-Norm“.

Also gibt’s zum Abschlussfest, das am 29. April in Kunsthalle, Klangraum und am Messegelände in Krems startet, auch kein „Best of“ – „das wäre zu billig“. Statt dessen „eine inhaltliche Zuspitzung“ – mit Stammgästen.

„Das waren unglaublich spannende Jahre!“
Tomas Zierhofer-Kin, von 2004 bis 2016
Intendant des Kremser Donaufestivals

Da spielt das Wiener Performance-Kollektiv God’s Entertainment den nächsten Akt seiner „europäischen Tragödie“, da lassen Saint Genet einen Siedlertrupp sechs Tage in den Tod marschieren, da laden Kunstinspektoren zur Denunziation, da enttarnt eine Theatergruppe mit Down-Syndrom den Mongolenherrscher Dschingis Khan und da tanzt eine Kongolesin mit einem europäischen Masthuhn.

Musik gibt’s auch – mit „vielen kulturellen, auch arabischen Interaktionen, aber mit sehr wenigen großen Namen“. Zum Schluss bittet die Gruppe Gelatin am 7. Mai zum Karaoke. Tomas Zierhofer-Kin, der als Stammgast wiederkommen will: „Zum Schluss machen wir die Bühne frei für unser Publikum!“   www.donaufestival.at