Erstellt am 23. März 2016, 05:14

von Thomas Jorda

Mit Imagewerbung. Mehr als 100 Konzerte in der neuen Saison - und Tourneen nach Japan und England.

Tonkünstler  |  NOEN, zvg

„Alles erste Lagen. Tonkünstlerorchester in Wien, St. Pölten, Grafenegg.“ Werbung muss sein, und da greift man eben gerne zu Vergleichen mit dem Wein.

Doch nicht der Spruch allein ist neu, das Tonkünstlerorchester poliert sein Image in der frisch anbrechenden Spielzeit mit einem Video-Clip (auf Youtube), Fotos von Nancy Horowitz (im Festspielhaus St. Pölten), einer nagelneuen Broschüre (mit einem Essay von Vea Kaiser) und einer CD auf, die im eigenen Label erschienen ist (u. a. mit „Ein Heldenleben“ von Richard Strauss).

Doch die wahre Außenwirkung eines Orchesters ist eben erst im Spiel erfahrbar. Gefragt sind also die Mühen in den Konzertsälen.

In Japan bereits völlig ausgebucht

Unter der Leitung von Chefdirigent Yutaka Sado geht es im Mai drei Wochen nach Japan, wo die vierzehn Konzerte in zwölf Städten bereits ausverkauft sind. Zusätzlich steht unter Sado die bereits vierte Tournee nach Großbritannien auf dem Programm (acht Konzerte).

Sado ist überhaupt sehr fleißig. Er plant ein Revival von „Seid umschlungen Millionen“ (Beethovens Neunte mit fünfhundert Choristen), wird beide Eröffnungskonzerte in Grafenegg dirigieren, der aktuellen Musik auch japanischer Provenienz großen Raum geben und Kunstvermittlung pflegen: „Wie bekommen viel Geld vom Land und müssen und wollen deshalb nicht nur gut spielen, sondern auch einen gesellschaftspolitischen Beitrag leisten.“

Apropos Geld: Das Orchester hat ein Budget von 14,4 Millionen Euro (11,6 Millionen kommen vom Land). 40 der 101 Orchestermitglieder sind weiblich, der Altersdurchschnitt beträgt 41,5 Jahre.

www.tonkuenstler.at