Erstellt am 24. November 2015, 05:03

von Michaela Fleck-Regenfelder

Von Ohio bis Oberhausen. Ausgewanderte und eingewanderte Künstler aus NÖ zeigt das Landesmuseum in seiner vorletzten Kunst-Schau.

Lebt und arbeitet -gemeinsam mit seiner Frau, der Schweizer Textilkünstlerin Frenzi Rigling - seit 2010 im Weinviertel: der gebürtige Steirer Alois Mosbacher. Bild: Bleistiftzeichnung aus dem Zyklus »Frühe Lust« (2015).  |  NOEN, Landesmuseum NÖ

Die letzte Kunst-Schau feiert im Frühjahr Vernissage im Landesmuseum. Und zeigt Erwin Wurm und Leopold Kogler – bevor Kunstsammlung und -schauen ins neue Kunstmuseum an der Kremser Kunstmeile wandern.

Die vorletzte Kunst-Schau im St. Pöltner Kulturbezirk hat aber auch mit dem Wandern zu tun. Mit dem Aus- und dem Einwandern. Denn sieben der Künstlerinnen und Künstler, die Direktor Carl Aigner da unter dem Titel „Nahe Ferne“ versammelt hat, sind Emigranten.

Der gebürtige Wiener Neustädter Paul Rotterdam etwa, der schon seit 47 Jahren in den USA malt und im Landesmuseum zwölf Tuschezeichnungen seines „Blenheim“-Zyklus zeigt.

„Ich versuche, einmal um die Welt zu kommen“

Oder die Gamingerin Uli Aigner, die vor 15 Jahren nach München und Berlin ging und in St. Pölten ihr jüngstes Projekt, „Eine Million Porzellan“, präsentiert – mit 170 von aktuell 560 selbst getöpferten Porzellangefäßen, die von China bis Mexiko verkauft, verschenkt und verschickt werden („Ich versuche, einmal um die Welt zu kommen“).

Oder die frühere Altenburgerin und jetzige Oberösterreicherin Inge Dick, die fürs Landesmuseum die Jahreszeiten in großflächige, sekundengetaktete Licht- und Schatten-Bilder gepackt hat. Oder der Gföhler Erwin Redl, der seit 2007 in Bowling Green, Ohio, sein Atelier hat und an die Traisen sein „kinetisches Ballett“ aus 24 in Glasröhren auf- und absteigenden Tischtennisbällen mitgebracht hat.

Die anderen fünf, unter „Einfach gute Kunst“ zusammengefassten Künstler, kommen aus ganz Österreich und der Schweiz. Und leben, fast alle, jetzt im Weinviertel. Jakob Gasteiger mit „gekämmten“ Acrylbildern, Ex-ORF-Programmchef Wolfgang Lorenz mit seinen „Maltierchen“ oder Frenzi Rigling mit farbenfrohen Textilstreifen auf der Leine. „Wir haben“, sagt Carl Aigner, „auch die Ausstellung als Kunstwerk konzipiert.“ Obwohl man jedem einzelnen Künstler auch gleich eine ganze Schau widmen könnte. Aber: „Vielleicht werden die ja in sieben Jahren im neuen Museum in Krems gewürdigt!“