Erstellt am 31. Mai 2016, 06:24

von Michaela Fleck-Regenfelder

Vor der Morgenröte. Happy End gibt’s keines. Weder im Leben noch im Film. Denn Stefan Zweig, „der größte Schriftsteller des Jahrhunderts“, wie ihn ein Provinzbürgermeister im brasilianischen Exil nennt, nahm sich 1942 das Leben.

Vor der Morgenröte  |  NOEN, zVg

Düster ist der Film, den Maria Schrader über Stefan Zweigs sechs letzten Jahre gedreht hat, trotzdem nicht. Im Gegenteil. Da erzählen ebenso opulente wie detaillierte Bilder mit noblen Banketten, himmelhohen Zuckerrohrfeldern, verschneiten Großstädten und dazwischen schnell noch einem Donauwalzer unter Palmen von Flucht und Hoffnung, von Literatur und Krieg, von Frieden und Freiheit. Und: Da glänzt ein großer Komiker wie Josef Hader als kluger, schüchterner, zerrissener Denker mit kleinem Schnurrbart und großem Charisma.

Fazit: Ein leiser Film über ein hochaktuelles Thema und einen hochinteressanten Mann.