St. Pölten

Erstellt am 16. Mai 2017, 01:15

von Michaela Fleck-Regenfelder

Landestheater: Von der Welt & anderen Idealen. Große Dramatiker, sechs Uraufführungen und noch mehr Bürgertheater im St. Pöltner Landestheater 2017/18.

„Nicht weniger aufregend“ wird für Marie Rötzer ihre zweite Spielzeit am Landestheater am St. Pöltner Rathausplatz. Das Motto ist (fast) dasselbe wie das ihrer ersten: „Die Welt ist groß.“  |  Gerald Lechner

Rettung gibt’s diesmal keine. Die stand zwar vergangenen Herbst am Premierenplan (und auch gleich am Saisonprogramm) zum Einstand der neuen künstlerischen Leiterin im St. Pöltner Landestheater.

In ihrer zweiten Spielzeit hat die Welt, die Rötzer auch 2017/2018 auf die Bühne am St. Pöltner Rathausplatz bringen will, statt der Rettung ein Fragezeichen bekommen. Weil: „Die Welt ist unüberschaubar geworden.“

Grund genug, zumindest vor dem Bühnenvorhang die Ideale von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit hochzuhalten. Und dabei auch noch die großen Dramatiker zu feiern.

"Wollen Theater mehr mit Menschen teilen"

Vier davon hat man sich zwischen September 2017 und Juni 2018 im Landestheater vorgenommen: Georg Büchner mit „Dantons Tod“ (ab 15. September), William Shakespeare mit „Romeo und Julia“ (ab 30. September), Johann Nepomuk Nestroy mit „Der Zerrissene“ (ab 17. März) und Nikolaj Gogol mit „Der Revisor“ (ab 4. Mai).

Dazwischen gibt es noch „ein paar ganz besondere Projekte“, so Marie Rötzer. Etwa Katharina Knaps Suche nach Heinrich von Kleists „Marquise von O“. Oder Josef Roths Kriegsflüchtlingsroman „Flucht ohne Ende“, dramatisiert von Landestheater-Dramaturgin Julia Engelmayer. Dazu noch drei andere Uraufführungen, eine vom ungarischen Theatermacher Árpád Schilling, eine vom irakischen Regisseur Mokhallad Rasem. Und neue Gäste, wie Nicholas Ofczarek, der mit seiner Frau Tamara Metelka kommt, und Birgit Minichmayr.

„Wir wollen“, sagt Marie Rötzer, „noch mehr das Theater mit den Menschen teilen.“ Etwa mit dem jüngsten Bürgertheaterprojekt, diesmal zu Peter Handkes Stück ohne Worte „Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten“, das am 12. Mai Premiere feiert. Ein weiteres „partizipatives“ Stück und ein „Zukunftsbüro“ mit noch mehr Fragezeichen sind in Planung.

Fix sind dagegen wieder mehr Gastspiele, in Baden, Bozen, Wiener Neustadt oder Amstetten. Fix sind auch zwei neue Abos und zwei neue Mitglieder im „kleinen, aber sehr feinen“ Ensemble, nämlich Josephine Bloeb und Cathrine Dumont. Und so gut wie fix sind die Bilanzzahlen für 2016/2017 – mit „rund 36.000 Besuchern in 198 Vorstellungen“ bis Juni und einer Auslastung von „gut 89 Prozent“, so Geschäftsführerin Olivia Khalil.

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