Erstellt am 29. April 2016, 08:19

von APA Red

Wien mausert sich zur Festivalmetropole. Langsam, aber sicher wird es - nämlich lauter: Die Musikmetropole Wien kann inzwischen auch mit einer erklecklichen Zahl an Pop- und Rockfestivals aufwarten.

Rock in Vienna  |  NOEN, Brau Union Österreich
Fans, die sich nicht mit einem Besuch des Donauinselfestes begnügen wollen, müssen hierfür nicht mehr ins Umland oder in befreundete Städte (wie Budapest) pendeln. Inzwischen gibt es eine Handvoll Alternativen, einige davon sind heuer neu.

Rock in Vienna mit drei Bühnen

Festivaltechnisch großes Kino steht vom 3. bis 5. Juni auf dem Programm. Zum dritten Mal geht auf der Donauinsel das "Rock in Vienna" über die inzwischen drei Bühnen. Das Neo-Inselevent zeichnet sich durch klassisches Festival-Layout aus - inklusive Zeltplatz und tauglichen Headlinern. Heuer werden Rammstein, Iggy Pop und Iron Maiden die Hauptparts übernehmen. Im Gegensatz zum Donauinselfest verlangt der Neuzugang Eintritt, den Dreitagespass gibt es ab 179,90 Euro.

Wer es gerne maßgeblich günstiger hätte, ist Ende Juni auf dem Freizeitareal zwischen Donau und Entlastungsgerinne gut aufgehoben. Das Donauinselfest wird von der Wiener SPÖ bei freiem Eintritt dargeboten, inzwischen zum 33. Mal. Musik spielt dort eine wichtige Rolle - Programm für Familien und Präsentationen für Einsatzkräfte sind aber ebenso fixer Bestandteil der Riesenparty.

Die absoluten Superstars wird man dort inzwischen vergeblich suchen. Sie sind zu teuer und würden auch den Rahmen sprengen. Die Veranstalter setzen eher auf Reduktion - die traditionelle Ö3-Bühne und das Feuerwerk sind inzwischen etwa bereits Geschichte. Dafür ist das Angebot bunt: Als Liveacts sind für heuer bisher unter anderem Samy Deluxe, Russkaja, Frittenbude, Camo & Krooked, Andy Borg, Reinhold Bilgeri oder die Chartsstürmer Seiler & Speer angekündigt.

Popfest als Sommer-Highlight

Ausschließlich heimische Musikschaffende werden im Line-up des Popfestes zu finden sein. Ankathie Koi und Gerhard Stöger werden dieses heuer kuratieren. Die als Kathrin Winklbauer geborene Sängerin von Fijuka und der "Falter"-Journalist und Buchautor ("WienPop") sind somit für die insgesamt siebente Auflage zuständig, die vom 28. bis 31. Juli wieder am Karlsplatz und in benachbarten Lokalitäten stattfindet.

Initiiert wurde das Popfest von der Stadt Wien, wie beim Donauinselfest wird auf Eintritt verzichtet. Details zum Programm gibt es noch nicht. Im Vorjahr hat die Stadt außerdem ein zweites Gratis-Festival ins Leben gerufen: Das Electric Spring mit - nomen est omen - Fokus auf elektronischer Musik fand im heurigen Frühjahr bereits zum zweiten Mal im Museumsquartier statt.

Ex-Wiesen-Tagesevents gastieren unter
anderem in der Marx-Halle

Premieren erleben heuer mehrere eintägige Festivals - oder eigentlich nicht. Denn es handelt sich um Events, die bisher im burgenländischen Wiesen angesiedelt waren. Mehrere Produktionen wurden nach Unstimmigkeiten mit den Zuständigen dort abgezogen. Was die Hauptstädter freut: So wird die Marx-Halle beim Urban Art Forms (1. Juli 2016) elektronisch bespielt, gefolgt von einem Two Days A Week-Special (6. Juli 2016) und dem Harvest Of Art am 8. Juli - bei dem PJ Harvey und Element Of Crime wohl für eine volle Rinderhalle sorgen werden.

Die Marx-Halle samt Außenbereich soll dabei zum coolen Freizeitgelände mutieren - immerhin wird das Areal inzwischen auch als "Festivalpark" tituliert. Harry Jenner von Barracuda Music verriet erste Details: Outdoor sollen Streetfood, Craft Beer, Grillerei und Hängematten angeboten werden. Wiederholungen in den kommenden Jahren sind geplant: Es sei durchaus daran gedacht, die Halle als Festivallocation aufzubauen, so Jenner, der eine Rückkehr nach Wiesen jedenfalls ausschließt.

Auch Herwig Ursin, der Geschäftsführer der Hey-U-Mediagroup, sieht die Zukunft des historischen Ensembles im Veranstaltungswesen. Er ist vertraglich bis Ende 2017 für die Bespielung der Marx-Halle zuständig und zeigte sich mit der Auslastung zufrieden. Seit Jänner 2015 wurden dort rund 260.000 Besucher gezählt. Ursin setzt vor allem auf Firmenevents, Projekte wie Michael Niavaranis Globe Theater - aber eben auch Konzerte.

The Cure im Schlachthofensemble

Nach den genannten Festivals werden etwa The Cure im Herbst im denkmalgeschützten Schlachthofensemble gastieren. Wobei die Zukunft der Halle eher offen ist: Zuletzt hatte die Stadt Pläne ventiliert, wonach der Komplex kleinteilig entwickelt und für Start-up-Projekte verwendet werden könnte.

Der Festivitätsreigen beinhaltet auch das Donaukanaltreiben, das wenig überraschend rund um das gleichnamige Gewässer ausgetragen wird. Begleitet von buntem Rahmenprogramm machen sich vom 27. bis 29. Mai unter anderem Kreisky, der Nino aus Wien, Kommando Elefant, Trümmer oder Clara Luzia unter freiem Himmel ans Werk. Das Vienna Sunsplash Festival, das am 3. Juli 2016 erstmals als Open Air in der Arena über die Bühne gehen wird, richtet sich ebenfalls an Menschen mit Sonne-, Meer- und Strandfantasien.

Dass irgendwann wieder der Herbst kommt, ist nicht schlimm: Denn traditionell gegen Ende der Sommerferien lädt man am Gürtel wieder zum Nightwalk. Lokale in den Stadtbahnbögen lassen heimische Kapellen auf kleinen Open-Air-Bühnen oder indoor gratis aufgeigen. Für dieses Jahr gibt es aber noch keinen Termin. Das Waves Vienna lädt dann im Herbst zum Showcase-Marathon. Vom 29. September bis 1. Oktober wird dabei in unterschiedlichen Locations Programm geboten - wobei man sich rein räumlich heuer umorientiert. Konzertiert wird in Aufführungsstätten rund um das WUK, das heuer erstmals als Festivalzentrale fungiert. Erste Acts werden heute, Freitag, verkündet.