Erstellt am 23. November 2015, 14:00

von Michaela Fleck-Regenfelder

Wintermärchen und Schlossgewehre. Vom Zirkus bis aufs Schlachtfeld reicht die dieswöchige Palette der Premieren in Niederösterreichs Kulturhäusern.

Tobias Moretti  |  NOEN, Niels Starnick
Wenn das Herz ungeduldig, die Erwartungen groß, die Liebe aber nicht groß genug ist, dann kann das nur Stefan Zweig geschrieben haben. „Ungeduld des Herzens“ heißt dessen einziger, zu seinen Lebzeiten veröffentlichter Roman. Und den hat Dramatiker, Autor und Regisseur jetzt für das St. Pöltner Landestheater auf die Bühne gebracht – als psychologisches Kammerspiel vor herrschaftlichem Hintergrund. Die Bühne hat Lisa Däßler gestaltet, die Kostüme Esther Geremus. Es spielen unter anderen Babett Arens, Swintha Gersthofer und Tobias Voigt. Uraufführung ist am 27. November, 19.30 Uhr ( www.landestheater.net ).

x  |  NOEN, Landestheater NÖ


Nicht Stefan Zweig, aber Thomas Mann, Heinrich Heine, Peter Rosegger, Karl Heinrich Waggerl oder H. C. Artmann stehen am Programm, wenn Theater- und Film-Schauspieler Tobias Moretti und Akkordeonist Siggi Haider zum „Wintermärchen“ laden. Um Schafe und Wolfspelze soll es da gehen, um Vertrautes und Befremdliches, um Entdecker und Bewahrer, um Kaltes und um Heißes. Mehr am 28. November, 19.30 Uhr, im Landestheater St. Pölten ( www.landestheater.net ).

x  |  NOEN, VALERIE'REMISE


Märchenhaft, nostalgisch, vor allem aber: atemberaubend spektakulär wird es dieses Wochenende, wenn Montreals Cirque Éloize in St. Pöltens Festspielhaus einzieht. Für zwei Tage und drei Vorstellungen ist die zehnköpfige Artisten-Truppe an der Traisen. Und baut, ganz in der Ästhetik von Fritz Langs Stummfilmklassiker „Metropolis“ ihr „Cirkopolis“ mit Videoprojektionen, drehbaren Wänden und gewaltigen Wolkenkratzern im Großen Saal auf. Dazu gibt’s eigens komponierte Musik zwischen Straßenlärm und Chanson – und zwei Vorstellungen für die ganze Familie (ab 8). Zu erleben am 28. November, 19.30 Uhr, und am 29. November, 14 und 18 Uhr ( www.festspielhaus.at ).

x  |  NOEN, VALERIE'REMISE


Zwei Vernissagen gibt’s diese Woche auch wieder. Die eine an der Kremser Kunstmeile, die andere am St. Pöltner Traisendamm. An der Donau darf ab 29. November wieder gelacht (und, wie immer, auch gedacht) werden, wenn mit Marie Marcks und Barbara Yelin gleich zwei deutsche Meisterinnen der Karikatur im Kremser Karikaturmuseum zu sehen sind. Gut 70 Arbeiten umfasst die erste große, österreichische Personale und gleichzeitig Retrospektive zur 1922 in Berlin geborenen und 2014 in Heidelberg verstorbenen Marie Marcks.

x  |  NOEN, Marie Marcks


Zeitgeschichte und Gesellschaftskritik hat die Karikaturistin, Grafikerin und Autorin mit Tusche und Feder gezeichnet, von der Nachkriegszeit bis zur Atompolitik und von der Friedensbewegung bis zum Umweltschutz. Die 1977 in München geborene Barbara Yelin zeichnet Comics, ist dafür schon mehrfach ausgezeichnet worden und bezog gerade ihre Atelierwohnung als Gast des Artist-in-Residence-Programmes an der Kremser Kunstmeile. Dort sind nicht nur ihre Comics und Graphic Novels zu sehen, sondern auch Zeichnungen aus Sketchbooks und Aktuelles, das vor Ort entsteht. Beide Schauen laufen bis 14. Februar ( www.karikaturmuseum.at ).

x  |  NOEN, Surrey


Und ebenfalls am 29. November öffnet die jüngste Sonderausstellung zur Landesgeschichte in Niederösterreichs Landesmuseum ihre Pforten. „Kriegsschauplatz Niederösterreich“ heißt die. Und erzählt von Reitersäbeln und Luntenschlossgewehren, von Schlachten und Schützen, von Geschützkugeln, Kammhelmen und Kriegstrommeln, von Einmärschen und Luftschutzbunkern. Und das mit mehr als 150 Leihgaben aus fast 50 Museen und privaten Sammlungen. Kuratiert hat die Schau Elisabeth Vavra. Bis 31. Juli ( www.landesmuseum.net ). 

x  |  NOEN, Wilhelm Obransky