Erstellt am 12. November 2015, 07:48

von Thomas Jorda

Zierliche Tänzerin oder doch ein Jäger?. Die Tänzerin Fanny Elßler gab der Venus vom Galgenberg den Namen.

Die Tänzerin Fanny Elßler (links, als »Florinda« 1836 in Paris) gab der Venus vom Galgenberg (rechts) den Namen.  |  NOEN, Archiv

Grünlich. Im Sommer 1985 traten auf dem Galgenberg bei Stratzing bei Aushebungen altsteinzeitliche Knochen und Steingeräte zutage. Am 23. September 1988 wurde bei Grabungen unter der Leitung der Prähistorikerin Christine Neugebauer-Maresch eine 36.000 Jahre alte Statuette aus grünlichem Schiefer (chloritisierter Amphibolit), mit flacher Rück- und plastischer Vorderseite entdeckt.

Grazil. Neugebauer-Maresch interpretierte die Darstellung als tänzerische Haltung und gab ihr sofort den Spitznamen Fanny nach der weltbekannten Wiener Tänzerin Fanny Elßler (1810 bis 1884). Doch es gibt Einwände gegen diese Deutung. Manche meinen, dass diese Venus (oder Fanny) vom Galgenberg einen Jäger mit einer Keule darstellt.

Rar. Die äußerst seltenen ältesten menschgestaltigen Plastiken gehören dem Aurignacien an, der Zeitspanne vor 45.000 bis 30.000 Jahren. Es sind meist Elfenbeinschnitzereien und stammen – mit Ausnahme der Statuette vom Galgenberg – aus Höhlen der Schwäbischen Alb. Das Original der Fanny befindet sich im Wiener Naturhistorischen Museum. 

Nächste Woche: die dicke Venus.