Erstellt am 05. Dezember 2017, 02:50

von Thomas Jorda

Beispielhafte Projekte geben gute Beispiele. Thomas Jorda über eine Idee, die im Rahmen des aktuellen Kulturgespräches formuliert wurde. Sie ist es wert, weiter verfolgt zu werden.

Aufzeigen! Wer will gerne ein devastiertes altes Haus renovieren? Was, niemand?

Kein Wunder, denn spätestens seit „Hinterholz 8“ wissen auch die größten Optimisten, dass da den Katastrophen nicht zu entkommen ist. Scheidung und Privatkonkurs sind noch die harmlosesten Folgen.

Spaß beiseite. Die Frage, die den Kultursenat Niederösterreich beschäftigt und wozu er ein Kulturgespräch einberufen hat, widmet sich der Wiederbelebung alter Infrastruktur. Und da war nicht von Schlössern und Klöstern die Rede, über deren Erhaltungswürdigkeit kein Zweifel besteht. Sondern die Frage, wie kleine Strukturen, hinter denen keine Lobby und kein Denkmalschutz stehen, erhalten werden können. Denn auch und gerade sie machen Stadt und Land lebens- und liebenswert.

Eine der besten Möglichkeiten, diesbezüglich beispielhaft das Gute zu fördern, ist die Öffnung von Best-practice-Beispielen für Interessierte, von privat restaurierten und ganz unterschiedlich genutzten Häusern, die gegen alle Wahrscheinlichkeit neues Leben bekamen – ohne Scheidung und Konkurs.

Für diesen Weg hat sich Kulturvernetzer Josef Schick ins Zeug geworfen. Er wird damit die Welt nicht retten, aber wenn wenigstens diese Initiative sinnvoll aufgebaut wird, hatte das Kulturgespräch schon Sinn.