Erstellt am 18. Juli 2017, 05:41

von Thomas Jorda

Danke sagen ist gut – aber nicht zu lange. Thomas Jorda über den guten Trend bei den Premieren der Sommertheater, immer öfter auf extensive Eröffnungen zu verzichten.

Misst man es an der Zahl der Premieren pro Woche, dann ist der Höhepunkt des Theatersommers bereits vorbei. Und es ist erfreulich festzustellen, dass immer mehr Intendanten und Intendantinnen das Vorspiel zur Premiere nicht mehr zu einem Festival der ganz eigenen Art machen.

Viele Jahre war es meist undenkbar, dass sich der Vorhang ohne intensive Begrüßungszeremonien und Politikeransprachen gehoben hätte, was ehedem das Publikum mit stoischer Gelassenheit ertragen hatte. Aber die Zeiten haben sich geändert, und dem Bedürfnis der Zuschauerinnen und Zuschauer, die einen Theaterabend ohne viel Vorspiel erleben wollen, wird immer öfter Rechnung getragen.

Natürlich ist das Sommertheater ohne die subventionierende Kulturpolitik und Sponsoren nicht denkbar. Das darf man getrost laut sagen und dankbar dafür sein. Und bleibt es in einem gewissen Rahmen, wird das jeder verstehen und auch gutheißen. Aber allzu oft wurde das so extensiv betrieben, dass es kontraproduktiv und Ärgernis erregend war.
Das spricht sich bei immer mehr Sommertheatern (natürlich längst nicht bei allen) herum und fördert dort, wenn schon nicht die Würze, so doch die Kürze des Eingangsritus‘. Das erfreut sehr. Und ist ein verdienstvolles Vorbild, dem es nachzueifern gilt.