Erstellt am 23. Mai 2017, 02:54

von Thomas Jorda

Ein neuer Name für ein altes Schloss. Thomas Jorda über die eben erfolgte Umbenennung des Barockschlosses Riegersburg. Was erst ein schräger Schritt schien, ist doch eine gute Idee.

Name oder Marke oder Eigenfarbe zu ändern, das ist ein wirtschaftliches Wagnis. Beim
Barockschloss Riegersburg aber scheint das Risiko diesbezüglich sehr gering; da kann nicht viel schiefgehen. Die touristische Anziehungskraft der südsteirischen Riegersburg nämlich ist schier unüberwindlich; auch deshalb, weil man im Schatten der gewaltigen Festung Schokolade und Essig von hohem internationalem Ruf erstehen kann.

Dagegen hat das Barockschloss Riegersburg imagemäßig keinen Auftrag. Sehr zu Unrecht, denn die großartige Anlage an der tschechischen Grenze im Bezirk Hollabrunn ist von
hohem ästhetischen und historischen Wert. Bloß kennt sie kaum wer – bei Riegersburg denken eben fast alle an die Steiermark.

Jetzt ist der neue Schlossherr, der 28-jährige Octavian Graf Pilati von Thassul zu Daxberg zur Tat geschritten und hat die Anlage – die angeblich immer noch vom liebeskranken Geist eines Ahns heimgesucht wird und häufig als Filmdrehort dient – umbenannt. Aus der Riegersburg wurde gemäß einer alten
Bezeichnung nun Schloss Ruegers.

Eine mutige Entscheidung, wohl geboren aus der Not, mit dem alten Namen nichts
reißen zu können. Aber wer wagt, kann
gewinnen. Denn wer nicht wagt, hat schon verloren. Wir drücken Ruegers die Daumen.