Erstellt am 04. April 2017, 03:42

von Thomas Jorda

Geschichte mit höchst aktuellen Bezügen. Thomas Jorda über die Themen Religion und Glaube, die heuer und nächstes Jahr im Zentrum der Ausstellungen auf der Schallaburg stehen.

Angeblich sind Glaube und Religion kaum noch Themen, die bewegen. Die Schallaburg lehrt uns eines Besseren, noch dazu gar nicht zurückhaltend, sondern höchst umfassend. Immerhin wollen 1.300 Quadratmeter Ausstellungsfläche gefüllt werden.

Heuer also der Islam, die zweitgrößte Weltreligion. Ihn ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, war und ist sehr mutig.

Aber damit nicht genug, widmet man sich ab Samstag einer christlichen Konfession, nämlich dem Protestantismus. Der Anlass ist klar: Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 theologischen Thesen. Der Titel der Schau liegt des Ortes wegen auf der Hand : „Freyheit durch Bildung – 500 Jahre Reformation“. Der Ort ist ideal: Die Schalla burg war ein Zentrum des frühen Protestan tismus’ mit hohen pädagogischen Zielen. Die natürlich damals rasch abgedreht wurden.

2018 sind auf der Schallaburg die Anderen dran: Unter dem Titel „Szenen am Mittelmeer. Byzanz, der Westen und wir“ widmet sich das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz dem Verhältnis des lateinischen
Westens zum byzantinischen Osten, also der katholischen und der orthodoxen Kirche.

Wir stehen kurz vor dem Hohen Osterfest. Vielleicht sind Glaube und Religion doch aktueller, als viele meinen. Heute mehr denn je.