Erstellt am 25. April 2017, 03:00

von Thomas Jorda

Gesucht: Ein Mittelweg zwischen den Extremen. Thomas Jorda zum Problem, altes Theater für junge Menschen attraktiv zu machen. In Baden nimmt der neue Direktor dazu einen Anlauf.

Sagen wir es so: Die Menschen, die in St. Pölten das Frequency besuchen, und die Gäste des Stadttheaters in Baden sind nur in den seltensten Fällen ident. Die Schnittmenge der beiden Publikumsgruppen ist wohl Null.

Das macht nichts. Was dem einen gefällt, muss dem anderen keine Freude bereiten.

Trotzdem bestehen Unterschiede. Während die Veranstalter des Frequencys kaum auf der Agenda haben, die Bewohner der umliegenden Seniorenheime anzulocken (was auch nichts nützen würde), hat die Direktion des Stadttheaters die berechtigte Angst, dass ihr Publikum des hohen Durchschnittsalters wegen irgendwann wegbricht. Was also tun?

Im konkreten Fall des Stadttheaters ist das ein Seiltanz. Je jugendlicher man sich aufstellt, desto eher geht jenes Publikum verloren, das sicher kommt – ohne Garantie, tatsächlich neues zu lukrieren. Bleibt man im gewohnten Trott, ist es nur eine statistische Frage, bis der letzte Zuschauer das Haus verlässt.

Zwischen diesen Extremen den guten Mittelweg zu finden, ist eine schwierige Aufgabe. In Baden muss sie ein neuer Direktor bewältigen, der aber eine wichtige Voraussetzung mitbringt. Er hat das notwendige Problembewusstsein und weiß, dass er etwas tun muss. Jetzt braucht er nur noch das richtige Händchen dafür.