Erstellt am 06. Februar 2018, 02:19

von Thomas Jorda

Naturgesetz oder doch Denkfaulheit. Thomas Jorda über die Frage, ob es ein Naturgesetz ist, dass Künstler oft erst sehr spät die ihnen zustehende Anerkennung finden.

Gut’ Ding braucht Weile. Und: Was lange währt, wird endlich gut.

Kluge Sprüche wie diese ließen sich oft zitieren. Was sie meinen, lässt sich an vielen Beispielen erklären. Das ist Peter Handke zu nennen, der am Samstag den Kärntner Landesorden in Gold erhalten hat; eine Auszeichnung, die bisher ausschließlich Politiker bekommen haben. Jetzt schmückt sich eben jene begeistert mit dem Großschriftsteller. Und wie wurde er doch für seine Darstellung des Jugoslawien-Konflikts gescholten!

Oder Peter Turrini, oft zernepfter Kärntner (o Gott, „Die Rozznjogd“!), der 2017 den Kulturpreis des Landes Kärnten bekommen hat.

Und schließlich Felix Mitterer, den viele für seine „Piefke-Saga“ geprügelt haben, über den aber längst kein böses Wort zu hören ist.

Aber selbst Hermann Nitsch steht längst allgemein außer Streit (nur nicht bei ein paar bübischen Burschenschaftern).

Ist es ein Naturgesetz, dass erst geliebt wird, was lange genug geprügelt wurde, gar tot ist? Oder ist es bloß Denkfaulheit, dass viele geistig zu müde sind, um sich mit Menschen und deren Werk ernsthaft auseinanderzusetzen. Und lieber gleich einmal hinrotzen?

Das muss nicht sein, man kann aus diesen Beispielen lernen. Erst lange nachdenken, dann erst, wenn’s sein muss, schimpfen!