Erstellt am 12. Juli 2016, 03:57

von Thomas Jorda

Nicht zu oft nach links oder rechts blicken. Thomas Jorda über den Theatersommer, der nicht unbedingt zu einem Besucherrekord unterwegs ist. Aber es gibt auch ein Erfolgsmodell.

Für eine Bilanz ist es noch viel zu früh. Trotzdem liegen bereits mancherorts die Nerven blank. Der Andrang auf die Produktionen des Theaterfestes ist, vornehm gesagt, noch nicht so groß wie erhofft und bisher gewohnt.

Immer wieder bleiben gar nicht so wenige Sitze frei, der Vorverkauf brummt nicht, er säuselt eher. Die Situation ist insgesamt nicht erfreulich. Bloß: Woran liegt das?

Vielleicht am Fußball, möglicherweise am Wetter, mag sein, dass die Leute immer weniger Geld haben … Halt, das kann nicht sein!

Der sommerliche Theaterkoloss in Reichenau an der Rax ist ganz sicher nicht durch günstige Kartenpreise bekannt, sondern eher durch das Gegenteil. Und trotzdem sind die Festspiele seit Monaten bis auf den letzten Platz verkauft. 122 Vorstellungen von vier Produktionen und einer szenischen Lesung waren zu füllen, dazu drei Klavierkonzerte. Macht in Summe 41.800 Sommergäste.

Zufall ist das nicht, auch wenn wir natürlich wissen, dass die Festspiele überdurchschnittlich exzellent dotiert sind. Dahinter stecken jahrzehntelange Erfahrung, großes Wissen und der Mut, nicht aus falschen Rücksichten dauernd nach links und rechts zu blicken, sondern zielgerichtet geradeaus. Ob es das ist, oder welche Ursachen der Erfolg nun hat – von Modellen wie diesen sollte man lernen.