Erstellt am 11. April 2017, 03:00

von Thomas Jorda

Porträt in Öl ist dieses Mal nicht erwünscht. Thomas Jorda über die geringe Bedeutung der Fotokunst und die Frage, wie der scheidende Landeshauptmann Erwin Pröll denn nun verewigt wird.

Manche Vorurteile halten sich hartnäckig. Zum Beispiel jenes, dass Fotos nicht so Kunst sind wie Bilder. Im Zweifel gilt: besser gemalt als abgelichtet.

Dabei finden sich auch in Niederösterreich viele Beispiele hoher Fotokunst. Die wird aber im Ausland mehr geschätzt als daheim. Zum Beispiel die Edition Lammerhuber des Fotokünstlers und Herausgebers Lois Lammerhuber aus St. Peter in der Au. Vor wenigen Tagen erst wurde er von der Federation of European Professional Photographers für seine Fotobücher zum bereits dritten Mal in Folge zum Best Publisher gewählt. Was hierzulande zu keinen Freudenfeuern führte.

Intern diskutiert wird derzeit die Frage, in welcher Form Landeshauptmann Erwin Pröll nach seinem Abgang im Landhaus in St. Pölten verewigt werden wird. Während manche ihn unbedingt in Öl sehen wollen, setzt Pröll selbst auf seine unzähligen Fotos. Immerhin ist er einer der meistfotografierten Politiker Österreichs seiner Zeit, vergleichbar nur mit Kaiser Franz Joseph im 19. Jahrhundert.

Prölls Entscheidung tut dem Image der Fotokunst sehr gut. Auch wenn eines seiner Argumente schmerzt. Immerhin, meint er, sei ein Foto viel kostengünstiger als ein Ölbild.

Sagten wir doch! Fotos werden fast immer viel zu sehr unter ihrem Wert geschlagen.