Erstellt am 23. Februar 2016, 05:59

von Anita Kiefer

Abschaffen macht Sinn. Anita Kiefer über eine mögliche Abschaffung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen.

Ein spannender Ansatz der EU-Kommission ist vergangene Woche publik geworden: Die Behörde denkt nämlich – neben anderen Szenarien – über die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen im Euroraum nach, heißt es in einem veröffentlichten Bericht.

Damit sollen zum einen die Geldbörsen der Bürger im physischen Sinne leichter und lange Warteschlangen an Supermarktkassen (durch langes Zusammensuchen des genauen Centbetrags) kürzer werden. Zum anderen sollen Produktionskosten gespart werden – jene der genannten Kleinstmünzen nämlich übersteigen den Gesamtwert der existierenden Münzen. Denn seit Einführung des Euros habe der Verlust durch die Ein- und Zwei-Cent-Münzen rund 1,4 Milliarden Euro ausgemacht. Ein anderes Szenario, das die EU-Kommission andenkt, ist übrigens beispielsweise eine Senkung der Produktionskosten für die Kleinstmünzen durch andere Materialmischungen.

Skeptiker befürchten durch eine mögliche Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen eine Verteuerung der Preise. Eine Befürchtung, die zwar nicht unbegründet sein mag, allerdings auch entkräftet werden kann. Denn die Preise müssten durch eine Abschaffung nicht angepasst werden. De facto können alle Preise so bleiben, wie sie sind. In den Niederlanden etwa, da will man sich ohnehin schon von den Ein- und Zwei-Cent-Münzen verabschieden. Dort wird die Endsumme an der Kassa entweder auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag auf- oder abgerundet.

Eine generelle Abschaffung des Bargeldes, wie sie zumindest in der Theorie immer wieder aufgeworfen wird, ist definitiv nicht wünschenswert – Stichwort gläserner Bürger. Die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen bringt aber mehr Nutzen als Schaden und ist daher eine Idee, die hoffentlich viele Anhänger findet.