Erstellt am 10. Mai 2016, 06:54

von Martin Gebhart

Abschied ohne Tränen. Wenn man sich von etwas trennen muss, das man lieb gewonnen hat, dann bedeutet das zumindest Irritation, meist Schmerz. Keines dieser Gefühle ist aufgekommen, als in der Vorwoche der Rat der Europäischen Zentralbank das Ende für den 500-Euro-Geldschein besiegelte.

Wenn man sich von etwas trennen muss, das man lieb gewonnen hat, dann bedeutet das zumindest Irritation, meist Schmerz. Keines dieser Gefühle ist aufgekommen, als in der Vorwoche der Rat der Europäischen Zentralbank das Ende für den 500-Euro-Geldschein besiegelte.

Die Ausgabe des lilafarbenen Geldscheines wird gegen Ende 2018 endgültig eingestellt werden, weil man so Geldwäsche und Schwarzarbeit eindämmen will. Doch Hand aufs Herz: Wer hatte schon einen 500-Euro-Schein in seinem Geldbörserl? Im Alltag niemand, weil erstens kaum jemand so viel Bargeld mit sich herumträgt und man zweitens damit in fast keinem Geschäft bezahlen kann.

An Tankstellen wird derzeit nicht einmal der 200-Euro-Geldschein akzeptiert. Auch wenn es ein Abschied ohne Tränen war, sollten wir die Nachricht aber nicht ganz ignorieren und vorsichtig sein. In so manch europäischer Stube könnte das als Anfang für die Abschaffung des Bargelds angesehen werden.