Erstellt am 12. Januar 2016, 09:09

von Bernhard Schiesser

Angst und Euphorie. Bernhard Schiesser über den Wechsel des japanischen Teamkeepers zum SV Horn.

Der SV Horn war im Sommer trotz Abstiegs aus der Bundesliga in aller Munde. Der japanische Starkicker Keisuke Honda stieg samt Anhang beim Waldviertler Fußballverein ein und sicherte damit dort den Profibetrieb. 

Vorerst wurde der sofortige Wiederaufstieg in die Sky Go Erste Liga ausgegeben. Was die längerfristigen Ziele betrifft, waren die als eher zurückhaltend geltenden Asiaten aber gar nicht schüchtern: Der SV Horn soll in die Champions League!

Seither beschäftigt Niederösterreichs Fußballfans eine Frage: Ist das japanische Engagement in Horn ein seriöses Investment oder stecken dubiose Machenschaften dahinter?

Die ersten Monate muteten eher seriös an. Soweit aus Horn zu erfahren, wurde von japanischer Seite alles eingehalten, was vereinbart war. Sportlich lief es solide. Der große Titelfavorit schoss seine Gegner in der Regionalliga zwar nicht in Grund und Boden, führt die Tabelle zur Halbzeit aber dennoch an. Horn bleibt erster Aufstiegsaspirant.

Von den Japanern bekam man im Herbst nicht sehr viel mit. Anders als angekündigt standen nur zwei Asiaten im Kader der Horner. Beide spielten sportlich keine Rolle. Das soll sich jetzt ändern. Mit Shuichi Gonda wechselt der japanische Teamkeeper ins Waldviertel.

Ein Transfer, der eher die Stirn runzeln lässt. Selbst bei den verbliebenen heimischen Entscheidungsträgern ist der sportliche Sinn dieses Transfers zweifelhaft. Er gibt jenen Skeptikern Nahrung, die damit rechnen, dass der Horner Traum wie eine Seifenblase platzt.

Irgendwie erinnert die Lage in Horn an den Verzehr des berühmt-berüchtigten Kugelfischs. Die japanische Spezialität ist bei richtiger Zubereitung eine Delikatesse, bei falscher aber mitunter tödlich. Der SV Horn bewegt sich zwischen Angst und Euphorie.