Erstellt am 19. April 2016, 07:04

von Thomas Jorda

Auf lange Sicht das wichtigste Kunstprojekt. Thomas Jorda über den neuen Namen der Galerie Niederösterreich in Krems und den groß angelegten Spatenstich.

Da dürfen alle mitmachen! Eltern, Onkel, Tanten und die anderen Anverwandten wissen es: Viel diskutiert wird die Wahl des Namens. Nicht zu unrecht, denn mit ihm bekommt der neue Erdenbürger nicht nur einen heiligen Patron, sondern manchmal auch eine Bürde auf den Weg. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass Trägerinnen und Träger gewisser Vornamen bei Prüfungen deutlich schlechter abschneiden als die anderen. Ein Name ist also wichtig und sagt etwas aus.

Das neue Museum in Krems wurde lange als Galerie Niederösterreich benannt. Bis man die Fadesse der Bezeichnung einsah und ihn zum Arbeitstitel herabstufte. Ab Dienstag wissen wir, wie es wirklich heißen soll. Und es steht auch der Termin des Spatenstiches fest. Am 4. Juni werden Landeshauptmann Erwin Pröll und Bürgermeister Reinhard Resch zustechen. Und weil manche in Krems von dem Projekt nicht überzeugt sind, sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, mitzustechen und den Spaten als Geschenk heimzunehmen.

Klingt übertrieben, ist es aber nicht. Immerhin kostet das neue Haus mindestens 30 Millionen Euro, wird auf lange Zeit das größte Kunstprojekt im Land bleiben und erhält angesichts der erzwungenen Schließung des Essl Museums eine besondere Bedeutung. Da darf man, wie die Deutschen sagen würden, tatsächlich klotzen und nicht nur kleckern.