Erstellt am 21. April 2016, 07:44

von Probst Maximilian Fürnsinn

Auferstehung – was ist das?. Propst Maximilian Fürnsinn (Stift Herzogenburg) über verschiedene Vorstellungen von Auferstehung und ewigem Leben.

In einem Kreis theologisch Interessierter haben wir über das Thema „Auferstehung – was ist das?“ diskutiert. Es waren durchaus intellektuelle und gebildete Menschen im Gespräch. Deshalb war ich sehr überrascht, welche Vorstellungen von Auferstehung und ewigem Leben in die Diskussion eingebracht wurden.

Da gab es einen eigenartigen Mix von Auferstehungsvorstellungen, über die man nur stauen konnte: Dieses Pasticcio reichte von einer platten Rückkehrvorstellung in das irdische Leben – nur eben ein bisserl gesünder – bis hin zu Seelenwanderungen und jenseitigen Geisterbeschwörungen. Auch die Multiplikation eines bisherigen, fortgesetzten Lebens, war dabei; denn für viele reicht ein Leben nicht aus, um alle Optionen, Pläne und Selbstverwirklichungen durchzuprobieren; keinesfalls wollte man ein fragmentiertes Leben – ins Jenseits katapultiert – annehmen. Manchen ist eine komplizierte, blasse Jenseitsvorstellung oder das Mirakel einer wiederbelebten Leiche näher, als die Klarheit der christlichen Auferstehungsbotschaft. Natürlich gab es auch das Argument: Aus ist aus!

Alle diese Menschen haben viele Osterpredigten gehört und über Jahre den Religionsunterricht besucht. Trotzdem haben sie scheinbar nie einen philosophisch-theologischen Ansatz für ein tieferes Verständnis von Auferstehung im Licht des christlichen Glaubens erhalten. – Was predigen wir eigentlich? Was lehren wir in den Schulen? Bei Auferstehung geht es ja nicht um ein Nebenthema, sondern um die Mitte unseres Glaubens. Der Apostel Paulus sagt dazu – etwas frei formuliert – wenn Christus nicht auferstanden ist, dann ist unser Glaube sinnlos und wir bleiben im Tod – trotz aller „Jenseitskonstruktionen“.

Ich knüpfe bei meiner Antwort bei Papst Benedikt XVI. an. Er hat Christi Auferstehung einmal in der Sprache der Evolutionslehre als die größte „Mutation“ bezeichnet, als den absolut entscheidendsten Sprung in ganz Neues hinein und als einen Sprung in eine ganz neue Ordnung, die uns persönlich angeht und die ganze Geschichte betrifft. Auferstehung hat eine neue Dimension des Seins und des Lebens eröffnet, in die verwandelt auch die Materie hineingeholt ist und durch die eine neue Welt heraufsteigt. Es ist der Durchbruch in der Geschichte der Evolution und des Lebens überhaupt zu einem neuen künftigen Leben, zu einer neuen Welt, die von Christus her umgestaltet wird und die ER an sich zieht. Wir leben durch das Mitsein mit IHM, durch das Angeheftet- sein an IHN, der das Leben selber ist. Ewiges Leben haben wir nicht aus uns selbst und nicht in uns selbst.

Amen! Halleluja!