Erstellt am 26. Januar 2016, 04:43

von Anita Kiefer

Aus Fehlern lernen. Anita Kiefer über die Sanierung der U4 in Wien und mögliche Probleme daraus für NÖ Pendler.

Ab 30. April wird die U4 zwischen Hütteldorf und Hietzing saniert – der U-Bahnverkehr steht bis Anfang September still. Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, soll es für diesen Zeitraum einen Schienenersatzverkehr mit Bussen geben.Mit der U4-Sanierung geht auch die Sperre eines Fahrstreifens auf der Westeinfahrt einher. Das ist per se schon eine Herausforderung für alle Pendler, die täglich ihr Auto in Hütteldorf parken und dann mit der U-Bahn weiterfahren. Staus sind hier also ohnehin vorprogrammiert. Diese Sanierung lässt sich aber nicht vermeiden  – sie ist notwendig.

Was sich hingegen vermeiden ließe, ist Folgendes: Zeitgleich mit der U4-Sanierung ist nämlich auch die Sanierung der Westbahnstrecke durch die ÖBB geplant – verbunden mit einer Streckensperre. Eine zusätzliche Belastung für die Pendler, die über die Westbahnstrecke mit dem Zug nach Wien anreisen. Denn von diesen Pendlern werden zumindest einige auf das Auto ausweichen – und sind dann mit Verzögerungen eben auf der Westeinfahrt konfrontiert.

Erst im Juni 2014 gab es schon einmal eine starke Geduldsprobe für Pendler, die nach Wien wollten: Damals war für einige Tage nur ein Fahrstreifen auf der Wiener Westeinfahrt befahrbar, die Staus reichten teilweise bis auf die Westautobahn zurück. Die Volksanwaltschaft kritisierte damals in einem Prüfbericht das Baustellenmanagement.

Aus Versäumnissen wie jenem aus dem Jahr 2014 hätten die verantwortlichen Akteure lernen sollen. Die Koordination zwischen den einzelnen Playern im Verkehr muss besser funktionieren. Denn immerhin sind rund 19.000 Personen, die zwischen Wien und Niederösterreich pendeln, tagtäglich von den Auswirkungen betroffen. Und zwei Bauvorhaben, die den Pendlerverkehr zwischen NÖ und Wien betreffen, müssen definitiv nicht sein.