Erstellt am 12. Januar 2016, 06:23

von Thomas Jorda

Beweis für die Qualität. Thomas Jorda über den Österreichischen Filmpreis, der am 20. Jänner in Grafenegg vergeben wird und viel über die heimischen Filme aussagt.

Die Filmauszeichnungen fliegen uns nur so um die Ohren. Am Sonntag waren es in Beverly Hills die Golden Globes, nächste Woche werden es die Österreichischen Filmpreise sein, die in Grafenegg verliehen werden, Ende Februar schließlich die Oscars; vergeben werden sie in Los Angeles. Wir sind schon außerordentlich gespannt. 

Was dem Österreichischen Filmpreis fehlt – außer einem griffigen Namen – ist der Neuigkeitswert. Die nominierten Filme sind meist schon vor längerer Zeit in den Kinos gelaufen. Das ist auch nachvollziehbar, denn auf der Liste stehen Streifen aus dem Jahr 2015. Und die haben natürlich in der öffentlichen Wahrnehmung schon einen Bart. „Ich seh Ich seh“, „Das ewige Leben“, „Jack“? Kennen wir längst!

Vergleiche mit anderen Filmmärkten sind aber äußerst unfair. Es kann schon sein, dass ein Film den Oscar bekommt, der hier noch gar nicht gelaufen ist. Das wirkt dann äußerst zeitnah. Bloß in den USA ist er auch schon längst abgespielt.

Den Amerikanern scheint das kein Problem zu sein, und das dürfen wir uns durchaus zum Vorbild nehmen. Qualität gehört belohnt; und um festzustellen, ob ein Film Qualität hat, braucht es Zeit.

Tatsächlich wird der Filmpreis kaum Massen in die Kinos treiben; aber die in sechzehn Kategorien vergebenen Auszeichnungen sind viel mehr ein Qualitätsnachweis innerhalb der Branche und für Subventions- und Geldgeber.

Filme zu machen, das kostet viel Geld. Wer hier investiert, will sehen, dass er das mit gutem Grund getan hat. Das können Zuschauerzahlen beweisen, aber auch Preise. Vor allem die öffentliche Hand schielt weniger auf die Quote, sondern mehr noch auf die künstlerische Qualität. Der Österreichische Filmpreis ist dafür ein deutliches Indiz. Das macht ihn so wichtig.