Erstellt am 28. September 2015, 09:20

von Anton Johann Fuchs

Bodenverbrauch ist eine große Zukunftsfrage. Anton Johann Fuchs über die wachsende Ostregion und die zunehmende Versiegelung der Landschaft.

Als Agrar- und Umweltlandesrat Stephan Pernkopf auch noch die Raumordnungsagenden übernahm, neidete ihm das keiner: Mit der Raumordnung macht man sich keine Freunde, im Gegenteil.

Fachlich passt es: Die großen Agrar- und Umweltfragen können zu einem guten Teil nur mit der Raumordnung gelöst werden. Rechnet man die Umwidmungen der letzten 60 Jahre weiter, gibt es in 200 Jahren keinen Quadratmeter Ackerland mehr in Niederösterreich. Aber: Das Umweltbundesamt hat erhoben, dass derzeit 50.000 Hektar Industriehallen, Wohnungen und Geschäfte leer stehen. Von den ungenutzten Baulandflächen gar nicht zu reden. Ein ungehobener Schatz.

Wien und Niederösterreich haben derzeit zusammen 3,4 Millionen Einwohner, laut einer Studie der Uni Wien werden es 2030 schon 3,8 Millionen sein, 2060 vier Millionen. Der Druck wird also unvermindert weitersteigen.
Im Oktober sucht Pernkopf bei einem Symposion mit Experten Antworten auf diese Fragen. Die großen Verkehrsfragen wird man nur zusammen mit Wien lösen können. Den Leerstand kann man mit Drohungen bekämpfen, Rückwidmung oder Strafabgaben. Oder mit befristeten finanziellen Anreizen zur Nutzung – wahrscheinlich der bessere Weg.