Erstellt am 10. Mai 2016, 05:54

von Thomas Jorda

Das Gemeinsame vor das Trennende. Thomas Jorda über den Eurovisionssongcontest und die Botschaft, die er für uns und alle Menschen in Europa hat.

Der Absturz konnte größer nicht sein. Auf Sonne folgte Regen, wenigstens aus österreichischer Sicht. Vor zwei Jahren triumphierte eine Kunstfigur, ein Jahr später erwies sich eine Boygroup als einziges Desaster.

Beim dieswöchigen Eurovisionssongcontest wird eine junge Frau mit neunzehn Jahren ihr und unser Glück versuchen. Zoë Straub tritt mit einem französischen – und sehr angenehm zu hörenden – Lied an.
„Loin d’ici“ (weit weg von hier) wird zweifellos nicht ohne Punkte bleiben.

Der Contest findet ohne niederösterreichische Beteiligung statt. Doch gerade jetzt, wo das Projekt Europa meist nur noch negativ durch dekliniert wird, ist es besonders wichtig, gemeinsam zu feiern.

Schon die Religionen wussten, dass nichts mehr zusammenschweißt als Feste zu feiern. Der Contest ist ein solches großes, europaweites Fest der Musik, bei der alle ihr Bestes geben und alle das verstehen.

Natürlich wird der Wettbewerb allein Europa nicht retten. Aber schon der Umstand, dass eine Österreicherin ein französisches Lied in Schweden singt und damit viele Menschen in ganz Europa ein bisschen glücklicher macht, zeigt, dass es möglich ist, das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Und das ist dringend notwendig!