Erstellt am 24. November 2015, 05:18

von Bernhard Schiesser

Dauerschleife beenden. Bernhard Schiesser über die Aufstiegsambitionen des SKN St. Pölten.

Der Traum lebt. Der SKN St. Pölten klopft zur Meisterschaftshalbzeit ganz zart an die Tür zum Oberhaus. Dort sollten die Landeshauptstädter auch hin, und zwar schleunigst.

Mehr und mehr wird deutlich, in welcher verteufelten Schleife die St. Pöltner festhängen. Nur 1.600 Zuschauer verfolgten den SKN-Sieg am Freitag gegen den FAC. Gut, es gastierte das Schlusslicht in der NV Arena. Ok, das Wetter war tatsächlich so, wie es ein Novemberabend vermuten lässt. Gründe, warum das Stadion wieder gähnend leer war, finden sich – keine Frage. Der Mercedes unter den Ausreden – der SKN spiele grottenschlecht – der hat diesmal aber wenige PS unter der Haube. Der SKN befindet sich im Titelkampf der Sky Go Ersten Liga. Das sorgt im Lager der Wölfe für Zufriedenheit. Der Erfolgslauf kostet aber auch mehr Geld als vorgesehen.

Profikicker haben leistungsbezogene Verträge. Wenn sie gewinnen, rollt der Rubel. Der sollte an der Stadionkassa, über ein Mehr an Zuschauereinnahmen, wieder verdient werden. Diese Rechnung geht aber nicht auf.

Vor allem deshalb nicht, weil die Liga – anders als propagiert – nicht die „geilste Liga aller Zeiten“ ist. Die Traditionsvereine Wacker Innsbruck, LASK, Austria Klagenfurt und Aus-tria Salzburg haben nicht die erhoffte Zugkraft bei den Fans. Nur die wirklichen Kapazunder des österreichischen Fußballs würden die St. Pöltner Fans – und übrigens auch neue Sponsoren – vom Ofen hervorlocken. Rapid, Austria oder Salzburg warten aber erst eine Etage weiter oben. So fehlt das Geld für weitere Verstärkungen, die die Chancen erhöhen würden, diese Schleife endlich zu beenden. Chancen, die aber auch so intakt sind, denn die Wölfe entwickeln langsam, aber sicher das Sieger-Gen. Neun Siege aus den letzten elf Spielen sprechen eine deutliche Sprache.