Erstellt am 13. Oktober 2015, 05:02

von Harald Knabl

Der Unterschied von der einen Stunde. Harald Knabl über ein Wahlergebnis, welches ein angesagtes Beben nicht stattfinden ließ.

Sonntag, 17 Uhr. Schlecht schaut‘s aus für die SPÖ in ihrer Hochburg Wien. Gut schaut‘s aus für einen weiteren Erdrutsch bei Wahlen in Richtung FPÖ. Zumindest will das die vom ORF präsentierte Vorwahlbefragung wissen. Eine Stunde lang wird diese Befragung strapaziert, wird sie als schon fast als unumstößliches Endergebnis einer auch bundespolitisch bedeutsamen Landeswahl gesehen.

Sonntag, 18 Uhr. Die Vorwahlbefragung erweist sich als völlig wertlos. Zwar verliert Michael Häupl stark, doch der angesagte Erdrutsch von 10 Prozent Hinzugewinn in Richtung FPÖ hat nicht stattgefunden.

Was lernen wir daraus? Die Stunde vor der ersten Hochrechnung diente dem ORF zur Reichweitenstärkung. Das war es dann aber schon.

Und das Fazit aus dem wirklichen Ergebnis? Die SPÖ hat zwar ein wirkliches blaues Auge erlitten, Michael Häupl steht aber sowohl in Wien als auch bundespolitisch nach wie vor ziemlich stark da. Und das hat er auch gleich unterstrichen, als er seinen Bundesparteiobmann via Fernsehen gleich zum Richtungswechsel aufforderte.

Die FPÖ setzt (ein wenig schaumgebremst) ihren Siegeszug fort. Keine Frage, dass sich die Blauen, auch wenn man das jetzt nicht zugeben will, mehr erwartet hatte. Was jetzt kommt? Strache kehrt Wien den Rücken, um sich dem Bund zu widmen.

Die Grünen haben eine herbe Schlappe erlitten und Wähler an Michael Häupl verloren.

Die NEOS dürfen sich freuen, werden aber keine Rolle spielen, genauso wie die ÖVP, deren Selbstaufgabe und ungeschicktes Verhalten (im 1. Bezirk) zum erwarteten blamablen Ergebnis führte.