Erstellt am 31. Mai 2016, 05:24

von Thomas Jorda

Die Bewerbungsfrist ist zum Glück bald vorbei. Thomas Jorda über die geringe Lust der Stadt St. Pölten, sich als Kulturhauptstadt 2024 zu bewerben.

Das Thema möchte man dem Land umhängen. Melina Mercouri machte als griechische Kulturministerin erfolgreich den Vorschlag, jedes Jahr eine europäische Kulturstadt hervorzugeben. Das wurde im Rat der Europäischen Gemeinschaft 1985 auch beschlossen; seit 2004 sind es jährlich zwei so genannte Kulturhauptstädte.

In acht Jahren ist Österreich wieder dran. Und es gibt bereits Städte, die mit großer Ambition an einer Bewerbung basteln, Bregenz zum Beispiel oder Bad Ischl. Und was ist mit St. Pölten, das angeblich auch gerne will?

Die Landeshauptstadt mit ihrer wunderschönen barocken Innenstadt und ihrer Geschichte als älteste Stadt Österreichs wäre hervorragend geeignet, europäische Kulturhauptstadt 2024 zu werden, zeigt aber keine Initiative. Man bittet um die Hilfe des Landes, denn ohne die könne man das Projekt nicht stemmen. Stimmt. Genauso stimmt aber auch die Haltung des Landes, erst ein Projekt sehen zu wollen, ehe man entscheiden könne.

St. Pölten hat seit langer Zeit zu diesem Thema eine Schockstarre angenommen, statt dem Land mit einer klugen Projektausarbeitung erst gar keine Chance zu lassen, Nein sagen zu können. Aber Mut und Initiative lassen sich nicht kaufen, die kann man nur haben.

Aber keine Angst, die Bewerbungsfrist ist bald vorbei. Dann hat man’s überstanden …