Erstellt am 21. Juni 2016, 06:15

von Thomas Jorda

Die Geschichte fing schon in Jericho an. Thomas Jorda über dieRettung der heimischen Militärmusik. Was nicht so unwichtig ist, wie manche vielleicht meinen.

Wer schreit, hat Unrecht. So heißt es oft, aber eigentlich müsste es heißen: Wer schreit, der gewinnt! Lautstärke ist in einer Auseinandersetzung häufig ein taugliches Mittel.

Schon in der Antike dienten Pauken und Trompeten nicht nur dem Nachrichtendienst, sondern vor allem dem Zweck, Eindruck beim Gegner zu schinden. Bekannt wurden die Trompeten von Jericho, deren Lautstärke die unüberwindlichen Mauern der Stadt zum Einsturz brachte. Heißt es in der Bibel.

Die Geschichte der Militärmusik ist seither nicht mehr abgerissen und könnte Bücher füllen. Besonders bedeutsam für unser Militär war der furchterregende Eindruck, den türkische Musikbandas bei den Belagerungen von Wien machten. Und zum Vorbild wurden. Nicht zu vergessen auch die Militärmusik im 19. Jahrhundert, die von Komponisten wie Franz Lehár, Karl Komzák oder Carl Michael Ziehrer als Kapellmeister geleitet wurden und ihnen die Möglichkeit bot, in der Praxis die eigene Kreativität zu erproben.

Jetzt wird die Militärmusik wieder einmal gerettet und ihr entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt. Eine Nebensächlichkeit, werden manche meinen. Aber auf jeden Fall die Möglichkeit, die Kreativität junger Menschen auf Basis einer jahrhundertealten Tradition zu fördern. Das ist das Geld schon wert.