Erstellt am 30. März 2016, 07:34

von Thomas Jorda

Die großen Probleme einer Ausstellung. Thomas Jorda über den Plan der Schallaburg, 2017 den Islam ins Zentrum zu rücken.

Ein mutiges Vorhaben, aber nicht ohne Gefahren. Viele meiden die Auseinandersetzung mit dem Thema Islam wie der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser. Sicher ist nämlich sicher, allzu schnell ist man auf gefährlichen Pfaden. Gerade in diesen Zeiten.

Die Schallaburg sieht das anders. Und kündigt bereits jetzt an, dem Islam die nächstjährige Ausstellung zu widmen. Man wolle eben weg, sagt Kurt Farasin, der künstlerische Leiter der Burg, „aus der Komfortzone der historischen Betrachtungen hin zur interkulturellen Begegnung und Auseinandersetzung.“

Klingt gut und ist mutig. Manche in seinem Team zeigen sich hinter vorgehaltener Hand weniger begeistert und äußern Bedenken – denn das Thema ist äußerst zweischneidig. Entweder die Schau gerät viel zu behutsam und daher inhaltlich lasch und lahm. Oder sie bietet Islamisten Angriffsfläche. Nehmen wir als thematisches Beispiel einer extrem kon-troversen Frage das Frauenbild im Islam.

Eigentlich war für 2017 der Iran als Ausstellungsinhalt geplant. Was angesichts politischer Entwicklung und wirtschaftlicher Begehrlichkeiten Europas ebenfalls hoch aktuell wäre. Aber Kurt Farasin will nicht kleckern, sondern klotzen. Und vielleicht wird die Ausstellung sogar zum internationalen Erfolg. Aber sie kann auch gewaltig schiefgehen. Soll keiner sagen, man hätte nicht davor gewarnt.