Erstellt am 05. April 2016, 08:36

von Thomas Jorda

Die gute Botschaft tief aus der Wiese. Thomas Jorda über die neuen Entdeckungen in den Wiesen um Carnuntum, die touristisch natürlich auch ausgeschlachtet werden wollen.

Was der Wissenschaft große Freude macht, ist für den Tourismus meist auch freudvoll - wie in der untergegangenen Römerstadt an der Donau immer wieder demonstriert wird.

Jüngst wurde dort nach einer dreijährigen Forschungsarbeit und natürlich rechtzeitig zu Saisonbeginn im Archäologiepark Carnuntum „eine Sensation“ verkündet. Konkret hat man mittels Bodenradars tief in der Erde äußerst spannende Fundamente gefunden und gedeutet. Um das genau zu erklären, werden beeindruckende visuelle Rekonstruktionen und beschreibende Superlativen aufgeboten. Die Archäologen freuen sich über die Entdeckungen, und die Laien sind stolz darauf.

Angeblich geben die Funde auch starke Impulse in Sachen Tourismus, ganz nach dem Motto „Tu Gutes und rede darüber“. Über Carnuntum wird wieder geredet, ein Besuch, werden jetzt viele denken, schadet nicht.

So ist es, und der Archäologiepark ist einen Besuch tatsächlich wohl wert. Auch wenn, und das muss man auch sagen, die Fundamente im Morast der Wiesen verborgen bleiben, weder gehoben noch die einst darauf stehenden Gebäude wiederhergestellt werden.

Was Carnuntum archäologisch zeigt, ist eindrucksvoll, hat sich aber seit Jahren visuell nicht verändert. Das muss man sagen, damit’s keine Enttäuschungen gibt.