Erstellt am 18. Oktober 2016, 03:43

von Thomas Hofer

Rückrufaktion. Thomas Hofer, Politik-Berater, über irreparable Schäden in der aktuellen Politik.

Der Unterschied zwischen Wirtschaft und Politik ist dieser Tage leicht zu erklären. Die Firma Samsung hat ein massives Problem aufgerissen. Sie hat ein explodierendes Produkt – ein Handy – auf den Markt gebracht und scheiterte über Wochen am Krisenmanagement.

Nun blieb nichts mehr anderes übrig, als eine komplette Rückrufaktion zu initiieren und das Produkt komplett vom Markt zu nehmen. Der Schaden ist zwar massiv und für das Unternehmen wohl nur schwer reparabel, aber immerhin konnte Samsung ein Ende mit Schrecken dem Schrecken ohne Ende vorziehen.

In der Politik ist das nicht so leicht. Die Republikaner etwa würden ihr permanent explodierendes Produkt, es hört auf den Namen Donald Trump, wohl auch gern vom Markt nehmen und ersetzen. Eine politische Rückrufaktion allerdings spielt es nicht.

In einer Stronach-ähnlichen Kaskade verstrickt sich der exzentrische Milliardär in immer wirrere Anschuldigungen. Und die Eskapaden der Vergangenheit rauben ihm gerade die Restchance aufs Präsidentenamt.

So wird das für die Grand Old Party nichts im November. Das gilt für den Kampf ums Weiße Haus, wo es doppelt bitter ist, dass dem republikanischen Kandidaten mit der Demokratin Hillary Clinton eine der unbeliebtesten politischen Figuren der vergangenen Jahrzehnte gegenübersteht.

Das gilt aber auch für die nicht minder entscheidenden Rennen um den Senat und das Repräsentantenhaus. Die Republikaner üben sich aktuell in Schadensbegrenzung, mehr ist wohl nicht mehr drinnen.

Die Sehnsucht nach einer politischen Rückrufaktion befällt aber auch immer mehr Österreicher. Denn was diese Bundesregierung bietet, spottet mittlerweile jeder Beschreibung.

Die so genannte „große“ Koalition wird seit 2007 immer mehr zum Irrtum: Zuletzt war etwa ein unwürdiges Match im Nationalrat zu beobachten, bei dem es nur darum ging, das eigene Budget besser schlechtzureden.

Was die Damen und Herren hier gerade abliefern, ist von der Wortwahl her zwar noch von Herrn Trump zu unterscheiden. Aber auch hierzulande hat man jedes staatspolitische Agieren verlernt. Aktuell geht es in den USA wie in Österreich nur mehr um die eigene Befindlichkeit.