Erstellt am 22. Dezember 2015, 00:23

von Michaela Fleck-Regenfelder

Die Zauberin. Michaela Fleck über Gutensteins neue Intendantin und andere anstehende Überraschungen.

Von Baden nach Gutenstein ist es nicht weit. Vom Burgtheater ins Theaterzelt schon. Denn dass eine, die schon die Stuart gespielt hat, die Elektra und, vor allem, die Callas, sich auf einen Intendantensessel in Niederösterreichs Sommertheaterreigen setzt, auf dem zuletzt keiner lange geblieben war, das hätte bis vergangene Woche wohl kaum einer geglaubt.

Und doch: Als Zauberin war Andrea Eckert schon auf der Bühne überzeugend. Und für Überraschungen war die Kammerschauspielerin, die zwischendurch ebenso überzeugend Serienkrimis und Hauptabendkomödien gemacht hat, auch immer gut. Egal, ob sie wie im Dezember Arnulf Rainer liest und Hermann Leopoldi singt, mit den Roma Weihnachten feiert und danach mit Chansons nach Ibiza fliegt oder ob sie, wie im Jänner, Lotte Lenya spielt, und zwar in Teheran.

Dass eine Zauberin da auch mit Geisterkönigen und Barometermachern, mit Feen, Flüchen und Menschenfeinden zurechtkommt, darf man getrost annehmen. Dass sie in Gutenstein den Staub wegfegt und dem Kommerz die Türe weist, auch. Spannend wird sie also allemal, die nächste Sommersaison. Und das nicht nur im Raimundland.

Spannend wird es auch am anderen Ende von Niederösterreich, im Waldviertler Pürbach, wo Moritz Hierländer im neuen Jahr das Erbe seines im November viel zu früh verstorbenen Vaters Hary Gugenberger antreten wird. Und in der Operettenstadt, in der die künftige Gutenstein-Intendantin geboren wurde?

Dort gibt’s bis jetzt keinen Nachfolger und erst recht noch keinen Spielplan für die erste Saison nach Noch-Intendant Sebastian Rein thaller. Eine Ausschreibung für den ab 1. Mai 2017 vakanten Chefsessel in der Bühne Baden gibt es dagegen schon. Aber die läuft noch bis 31. Dezember – Silvesterüberraschungen nicht auszuschließen …