Erstellt am 20. Oktober 2015, 05:32

von Martin Gebhart

Ebners Vorgaben. Martin Gebhart über die neue Landesgeschäftsführung der ÖVP.

Fast alles, was derzeit in der ÖVP des Landes passiert, wird sofort mit der Frage in Verbindung gebracht, was Landeshauptmann Erwin Pröll macht. Kandidiert er für das Amt des Bundespräsidenten, zieht er sich aus der Politik zurück oder tritt er im Jahr 2018 gar nochmals bei der Landtagswahl an? Deswegen waren auch sofort die verschiedensten und wildesten Spekulationen auf dem Tablett der vielen Polit-Auguren, als in der Vorwoche Bernhard Ebner als neuer Landesgeschäftsführer vorgestellt wurde. War das der Wink, dass Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka Pröll nachfolgen wird, weil Ebner zuvor als Landesgeschäftsführer dessen rechte Hand im NÖAAB gewesen ist?

Alles lässt sich irgendwie argumentieren und doch ist der Zugang der Landesparteiführung unter Erwin Pröll fast immer ein anderer, ein viel pragmatischerer. Wer ist die Person, mit der 2018 ein Landtagswahlkampf erfolgreich sein kann? Und das hat in erster Linie für Bernhard Ebner gesprochen. Er hat im Team von seinem Vorgänger Gerhard Karner schon einige Wahlkämpfe – auf allen Ebenen – geschlagen, er kennt dadurch die Ortsorganisationen, er hat beim NÖAAB einen Arbeiterkammerwahlkampf selbst verantwortet. Diese Erfahrungen können entscheidend sein. Ebner weiß genauso wie sein Landesparteiobmann Erwin Pröll, dass im Jahr 2018 nur dann ein Erfolg erzielt werden kann, wenn der landesweite Parteiapparat funktioniert und motiviert ist.

In der selben Woche, in der Ebner nominiert wurde, hat die Bundespartei ihren neuen Generalsekretär präsentiert: Peter McDonald. Der kommt aus der Sozialversicherung und kennt den ganzen Parteiapparat nicht wirklich. Der hat jetzt eine schwierige Lernphase vor sich, Vor allem die Erkenntnis, dass es nicht reicht, die Bundes-ÖVP nur von der Wiener Lichtenfelsgasse aus zu dirigieren.