Erstellt am 19. Januar 2016, 05:23

von Bernhard Schiesser

Eigenes Sportressort. Bernhard Schiesser über das Stiefkinddasein des Sports in der österreichischen Politik.

In den vergangenen Tagen ging es in der österreichischen Innenpolitik ziemlich rund. Die Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl brachten sich in Stellung. Die Kandidatur von SP-Sozialminister Rudolf Hundsdorfer macht eine Regierungsumbildung notwendig. Von der ist auch der Sport betroffen.

Gerald Klug übergibt seine Agenden an Hans Peter Doskocil. Dass der burgenländische Polizeichef künftig nicht nur für die Landesverteidigung, sondern auch für den Sport zuständig sein wird, ging vollkommen unter.

Das brachte die heimische Sportfunktionärselite auf die Palme. Peter Schröcksnadel, Peter Kleinmann & Co. wandten sich mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Viel zu oft wurde der Sport als lästiges Anhängsel betrachtet, diesmal hat man ihn gleich ganz vergessen. Dass es grob fahrlässig ist, den Sport als Stiefkind zu betrachten, belegen unzählige Studien. Die Politik ignoriert das über weite Strecken trotzdem.

Man kann darüber diskutieren, in welchem Ressort der Sport am besten aufgehoben ist. Bei der Landesverteidigung ist er hauptsächlich deshalb, weil viele Spitzensportler das Bundesheer als Arbeitgeber haben und damit ihr Dasein als Profis ermöglicht wird. Der Sport hat aber auch Anknüpfungspunkte mit der Gesundheit, der Integration, der Wirtschaft oder der Bildung.

Sport ist Heilmittel für vieles. Er hätte sich ein eigenes Ressort, einen eigenen Minister verdient. Das Hauptargument dagegen, dass das zu viel koste, ist leicht zu widerlegen. Jeder Euro, der in den Sport investiert wird, kommt x-fach über die angesprochenen Anknüpfungspunkte zurück. Ob es Studien gibt, die das belegen? Die gibt es zuhauf. Schlichter Hausverstand würde aber reichen, um das zu erkennen.