Erstellt am 01. März 2016, 05:34

von Bernhard Schiesser

Ein Auftakt nach Maß. Bernhard Schiesser über die Siege von St. Pölten und Wiener Neustadt zum Start der Frühjahrsmeisterschaft.

Was für ein Auftakt für die beiden NÖ-Klubs in der Sky Go Ersten Liga! St. Pölten und Wiener Neustadt starteten nicht nur mit Siegen ins Frühjahr, sondern setzten damit auch wichtige Statements für die Zukunft.

Die Lage in Wiener Neustadt ist ambivalent. Sportlich ist der Klassenerhalt so gut wie fix. Wirtschaftlich muss der Verbleib im Profifußball erst gestemmt werden. Auf dem Platz deshalb die Zügel schleifen zu lassen, fiel der Truppe rund um Trainer Günter Kreissl aber nicht ein. Im Gegenteil: Mit dem überzeugenden Sieg über Titelfavorit LASK setzte sie ein Zeichen. Die Kreissl-Elf lebt, hat sportliche Ziele und ist es wert, unterstützt zu werden.

Dass der Wiener Neustädter Sieg auch St. Pölten in die Karten spielte, war aus NÖ-Sicht wunderbar. Vorerst hatte aber der SKN alle Hände voll zu tun, sich selbst zu helfen. Die erste Halbzeit in Grödig gegen Liefering ließ nämlich alle Alarmglocken schrillen. Die Jungbullen waren technisch besser, schneller und zweikampfstärker. 0:1-Rückstand, ein verschossener Elfmeter – das sah lange Zeit ziemlich böse aus. Doch dann passierte etwas, was vor noch nicht allzu langer Zeit bei den St. Pöltnern undenkbar gewesen wäre. Trainer Karl Daxbacher justierte taktisch ein wenig nach. Die Mannschaft arbeitete sich in dieses Spiel, legte den Schalter um und gewann am Ende sogar noch verdient. Diese Partie auf diese Art und Weise noch aus dem Feuer zu reißen ist mehr wert als ein überlegener 3:0-Sieg. Der SKN St. Pölten muss und wird sich fußballerisch steigern, mental ist er aber schon im Titelkampf-Modus.

Nach dem schweren Auswärtsspiel am Freitag in Lustenau wartet eine Woche später das Gipfeltreffen mit Tabellenführer Innsbruck. Dann muss endlich auch das St. Pöltner Publikum auf Titelkampf-Modus umschalten.