Erstellt am 03. Mai 2016, 06:24

von Bernhard Schiesser

Ein flapsiger Spruch ohne Plan ist zu wenig. Bernhard Schiesser über die angekündigten Reformpläne der österreichischen Bundesliga.

Österreich vertrage wirtschaftlich nur zwölf bis maximal 14 Profifußballvereine. Mit dieser Aussage preschte jüngst Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer vor. 

Die öffentliche Lancierung dieser Erkenntnis kommt überraschend. Noch vor einem Jahr wurde im Rahmen eines Medien-Stammtisches erklärt und mit einem 25-Seiten-Dossier belegt, dass die zwei Zehnerligen die beste Lösung für den österreichischen Profifußball wären.

Beim „Zwölfer-Sager“ des Bundesliga-Vorstandes schwingt deutlich mit, in welche Richtung es gehen soll. Zufälligerweise gibt es in Österreich auch zwölf Akademien. In den Talenteschmieden wird – die ÖFB-Auswahlmannschaften belegen das – gute Arbeit geleistet. Man kann also schlussfolgern, dass jeder heimische Profiverein künftig eine Akademie als Basis haben soll. Und freilich die entsprechende Infrastruktur.

Das kann man so machen. Vor allem punkto Infrastruktur wäre dieses Ziel ambitioniert genug. Zu Ende gedacht würde das aber bedeuten, dass der Profikick zur geschlossenen Gesellschaft wird. Will man das, dann sollte man die Umsetzungspläne rasch diskutieren, formulieren und kommunizieren. Die japanischen Champions League-Träumer in Horn oder die Stadionplaner in Wiener Neustadt sollten sich brennend dafür interessieren.