Erstellt am 05. April 2016, 07:58

von Anita Kiefer

Eine nationale Lösung ist keine Lösung. Anita Kiefer über den Milchpreisverfall und die Forderung nach einer nationalen Quotenlösung.

Der Milchpreis ist im Keller. Zwischen 27 und 29 Cent für herkömmliche Milch und rund 40 Cent für Biomilch bekommen die österreichischen Bauern aktuell pro Kilo.

Der Preisverfall ist natürlich ein europäisches Phänomen – nach Ende der Milchquote brachen die Milchpreise in Europa ein. Während es große Milchproduzenten, wie es sie etwa in Irland und den Niederlanden gibt, damit umgehen können, wächst der Druck auf die kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft.

Kein Wunder, dass die Bauern protestieren – zuletzt etwa unter großer Aufmerksamkeit der Medien einige der Mitglieder der IG Milch vor dem Haus der Europäischen Union in Wien. Die Forderung: Eine Quotenlösung – im Idealfall auf europäischer, andernfalls aber auch auf nationaler Ebene.

Eine nationale Milchquotenlösung kann jedoch keinen Sinn machen, sieht man sich die Zahlen an: Die Hälfte der in Österreich produzierten Milch geht ins EU-Ausland, Österreichs Anteil an der gesamteuropäischen Milchmenge liegt bei verschwindend geringen zwei Prozent. Angesichts dessen werden Milchabnehmer im Falle einer heimischen nationalen Quotenregelung aus dem europäischen Ausland eine Preissteigerung in Österreich wohl nicht hinnehmen und sich schlicht andere Anlieferer suchen.