Erstellt am 14. Juni 2016, 06:45

von Anita Kiefer

Einen Mittelweg ausarbeiten. Anita Kiefer über die Forderungen nach neuen Arbeitszeitmodellen.

Auf der einen Seite gibt es die (etwa Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung), die eine Arbeitszeitflexibilisierung fordern.
Auf der anderen Seite (etwa Gewerkschaft und Arbeiterkammer) sind die, die für eine Umverteilung der Arbeit eintreten.

Während die eine Seite damit Arbeitsspitzen und -flauten ausgleichen will, will die andere die Arbeitnehmer von einer großen Überstundenlast befreien und mit der Schaffung neuer Stellen durch die Umverteilung die Arbeitslosigkeit reduzieren – wie ganz aktuell Arbeiterkammer NÖ-Präsident Markus Wieser.

Beide Argumentationslinien haben sehr viel für sich. Viele Arbeitnehmer sind beispielsweise in All-in-Verträgen gefangen, die Überstunden nicht oder nicht adäquat bezahlen bzw. ausgleichen. Umgekehrt leiden Betriebe darunter, wenn sie zu Spitzenzeiten Arbeitnehmer nicht länger einsetzen können.

Es wäre mehr als an der Zeit, ein neues Arbeitszeitmodell zu schaffen, das beiden Seiten hilft. Dass die Arbeitnehmer dadurch nicht benachteiligt werden dürfen, ist klar. Dass man auch den Betrieben entgegenkommen muss, ebenso – immerhin sind sie die, die die Arbeit im Land bereitstellen.

Hoffentlich schaffen es alle Beteiligten bald an einen Tisch, um einen Kompromiss auszuarbeiten. Nur so können alle profitieren.