Erstellt am 20. Mai 2016, 08:24

von Petrus Pilsinger

Entängstigt euch!. Abt Petrus Pilsinger (Stift Seitenstetten) über den pfingstlichen Geist, der den Menschen ihre vielen Ängste nehmen kann.

„A jeder woass, dass a geld nit auf da wiesen wachst
und essen kann ma’s a nit, aber brenna tat’s guat
aber hoazen toan ma woazen und de ruabn und den kukuruz
wann ma lang so weiter hoazen brennt da huat“

Mit diesem Lied will Hubert von Goisern zu Umdenken und Veränderung bewegen – sonst brennt da huat!

Das pfingstliche Feuer des Hl. Geistes hat eine solche notwendige Veränderung bewirkt! Nach dem Tod Jesu hatten die Apostel große Angst, dasselbe Schicksal zu erleiden wie Jesus Christus. Deswegen sperrten sie sich ein, verkrochen sich und verriegelten die Türen. Wer Angst hat, reagiert so.

Aber als zu Pfingsten das Feuer des Hl. Geistes auf sie herabkommt, da weicht die Angst von ihnen, sie machen die Türen auf, gehen hinaus und verkündigen überzeugt das Evangelium.

Auch bei uns geht Angst um: Angst um den Arbeitsplatz, Angst vor Gewalt und Terror, Angst zu kurz zu kommen, Angst vor Flüchtlingen und Muslimen. Wer Angst hat, der sperrt sich auch heute ein. Wir reden von der Festung Europa, manche legen sich Pfefferspray zu, manche sogar Waffen! All das geschieht aus Angst – für vernünftig halte ich dies nicht!

Schlimm ist, dass manche diese Angst anfachen und schüren. Sie glauben, in den Flüchtlingen die Schuldigen zu finden! Wer Angst hat, meint sich ständig gegen jemand verteidigen zu müssen, er braucht Feindbilder, Schuldige.

Wie sehr wünsche ich, dass uns der pfingstliche Geist auch heute Entängstigung bringt. Wir sollten Selbstverantwortung übernehmen, statt Schuldige zu suchen, Dankbarkeit und Großzügigkeit zeigen, statt sich zu kurz gekommen fühlen, und offen für Begegnung sein, statt uns ängstlich einzuschließen. Der Hl. Geist schafft Gemeinschaft!

Komm, Hl. Geist, entzünde die Herzen deiner Gläubigen … sonst brennt da huat!