Erstellt am 30. März 2016, 06:44

von Bernhard Schiesser

Fußball im Zeichen des Terrors. Bernhard Schiesser über den Zwiespalt der Fußballfans.

Das Osterwochenende ist für viele Familien Zeit des Zusammenkommens. „Fahr’ mir ja nicht nach Frankreich“, werden einige Fußballfans, die bereits EM-Karten erstanden haben, zwischen Nestsuchen und Eierpecken gehört haben. Mama, Papa und Oma machen sich Sorgen. Als ob die Fußballfans sich nicht schon selbst Gedanken machen würden …

Soll ich oder soll ich nicht? Egal, wie sich die Sicherheitslage bis zum Juni entwickelt, ein Restrisiko bleibt. Dass sich Fußballfans bewusst ins Superheldenkostüm werfen, um damit ein Zeichen gegen den Terror und für die Freiheit zu setzen, ist eher zu bezweifeln. Den meisten geht es – vollkommen zu Recht – um den Spaß an der Freude. Überwiegt die Angst, ist schnell Schluss mit lustig.

Der Fußball ist ein attraktives Terrorziel. Die Sportart Nummer eins hat die Kraft, Menschen und Völker zu verbinden. Umso unverständlicher war, dass am Samstag im Ernst-Happel-Stadion einige Unterbelichtete aus dem albanischen Sektor Böller abfeuerten. In Zeiten wie diesen fährt einem der Knall durch Mark und Bein. Anstatt ein Statement des Sports, der Freundschaft und damit des Friedens zu setzen, wurde damit die latente Angst verstärkt. Dümmer geht’s wirklich nicht.