Erstellt am 20. Oktober 2016, 04:24

von Petrus Pilsinger

Danke, sehr verbunden. Abt Petrus Pilsinger (Stift Seitenstetten) über die Dankbarkeit, die Beziehung schafft.

„Darauf habe ich Anspruch. Ich habe ein Recht darauf!“ Auf Lohn, Pension oder gewisse Sozialleistungen haben wir ein Recht. Und das ist auch gut so! Solche Ansprüche sind legitim.

Es gibt aber auch ein Anspruchsdenken anderer Art. In der grundsätzlichen Haltung „Das steht mir zu!“ sehe ich die Gefahr, dass vieles für selbstverständlich gehalten wird und dabei sich Berechnung und die Angst, zu kurz zu kommen, breit machen. Auf Dankbarkeit wird vergessen.

Man hat ja nur einen Anspruch geltend gemacht. Früher haben Menschen Dankbarkeit mit „Danke, sehr verbunden!“ zum Ausdruck gebracht. Dankbarkeit ist nicht fordernd, sie schafft Beziehung.

Machen wir nicht die Erfahrung, dass undankbare Menschen oft auch unangenehme Menschen sind? Man kann sie kaum zufriedenstellen, sie können sich nicht über ein gutes Wort oder eine Gabe freuen!

Wer auf alles Anspruch zu haben meint, der isoliert sich und vereinsamt! Dankbarkeit schafft auch Gemeinschaft! Davon leben wir im privaten, beruflichen, öffentlichen und auch im kirchlichen Leben. Deswegen feiern wir als Christen gemeinsam jeden Sonntag Eucharistie.

Eucharistie bedeutet Dankfeier! Wir sagen Gott für sein Wirken und für die Gemeinschaft: Danke, sehr verbunden! Noch enger als in der Kommunion können wir mit Gott nicht verbunden sein. Gott gibt uns sein Bestes: sich selbst. Von dieser Gemeinschaft mit Gott leben wir Christen.

Danken schafft Beziehung und Gemeinschaft. Wann haben Sie das letzte Mal Ihren Liebsten gedankt? Wer hat Ihnen zuletzt eine Geste der Dankbarkeit geschenkt? Wer in Dankbarkeit draufkommt, dass letztlich fast alles Geschenk und nicht Anspruch und Selbstverständlichkeit ist, der leistet einen großen Beitrag zu Gemeinschaft und Frieden.

Danke, sehr verbunden!