Erstellt am 18. August 2016, 07:18

von Columban Luser

Dschihad im Haus Gottes. Abt Columban Luser (Stift Göttweig) über den Angriff muslimischer Terroristen auf einen Priester in einer französischen Kirche.

Der Schock sitzt sehr tief: Dass in Frankreich muslimische Terroristen auf bestialische Weise im Namen Gottes einen Priester, einen Mann Gottes im Haus Gottes – wie beim Schächten – abgeschlachtet und mit einer Brutalität sondergleichen gekillt haben, macht extrem betroffen.

Erschütternd ist der Ungeist, der diese Mörder und ihre geistigen Brandstifter leitet. Erschütternd die Auswüchse einer Religion mitansehen zu müssen, der es nicht gelingt, ihr Wesen vom Unwesen zu befreien.

Spätestens jetzt muss allen klar sein: der Krieg, der seit Jahrzehnten gegen die Christen im Nahen Osten, in Afrika, in Indonesien etc. von fundamentalistisch Orientierten geführt wird, ist nun auch in Europa angekommen.

Wie sollte die Ermordung des französischen Priesters während der Eucharistiefeier anders zu deuten sein als ein gezielter Angriff auf das Christentum und uns Christen? Wer nimmt da die routinemäßig abgespulten Distanzierungs-Stellungnahmen der islamischen Verbände überhaupt noch ernst?

Eine echte Herausforderung für eine friedliche Koexistenz von morgen wird darin bestehen, wie sich die islamische Welt verhalten wird. Denn die Frage steht im Raum, wie lange die Muslime, denen Gott heilig ist, mitsamt ihren Gelehrten und Imamen vor Ort diesen Weg der Perversion noch weitergehen wollen, dass im Namen Gottes gekillt werden darf – wahllos, willkürlich.

Es schreit alles nach einer grundlegenden Reform eines Islam, an dem die Aufklärung nicht vorbeigegangen ist. Die Frage ist, ob die führenden Kräfte im Islam dazu überhaupt willens und auch fähig sind.

Mich umschleicht die Sorge, die G. Lachmann schon in seinem Buchtitel „Tödliche Toleranz“ auf den Punkt bringt, der befürchtet, dass aus dem nicht erfolgten Miteinander mit muslimischen Mitbürgern ein Nebeneinander resultiert, das bald ins totale Gegeneinander kippen kann. Terrorakte wie in Frankreich bereiten den Weg dafür!