Erstellt am 22. September 2016, 07:50

von Abt Maximilian Heim OCist

Durst nach Frieden. Abt Maximilian Heim OCist, Stift Heiligenkreuz, über den Dialog der Weltreligionen.

Von 18. bis 20. September 2016 findet in Assisi, der Stadt des hl. Franziskus, das internationale Friedensgebetstreffen der Weltreligionen statt. Vor 30 Jahren hatte Papst Johannes Paul II. zum ersten Mal zu einem solchen Friedensgebetstreffen der Weltreligionen eingeladen. So versammeln sich gegenwärtig Frauen und Männer, Gläubige und Nichtgläubige, Christen und Nichtchristen im Geiste von Assisi, um in diesen drei Tagen durch einen fruchtbaren Dialog sowie durch Friedensgebete in den jeweiligen religiösen Traditionen auf dieses große Gut des Friedens für alle Menschen und Völker weltweit hinzuweisen. Unter dem Motto „Durst nach Frieden – Religionen und Kulturen im Dialog“ werden hochrangige religiöse und institutionelle Persönlichkeiten darauf hinweisen, dass die Religionen nicht gleichgültig gegenüber dem Schrei der Völker nach Frieden sind, dass sie zu den Hasspredigern auf Distanz gehen und sich für eine friedliche Integration einsetzen.

Papst Franziskus wird am 20. September in Assisi erwartet und bittet darum, dass alle Menschen für dieses Anliegen sensibilisiert werden. Neben Papst Franziskus werden u. a. der ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomaios I., der Anglikanische Primas Justin Welby und der Syrische Patriarch Aphrem II. sowie die höchsten Repräsentanten des Judentums, des Islams und des Buddhismus an dem Treffen teilnehmen.

Die Kraft der Religionen kann die Menschen bewegen, von innen her den Hass zu überwinden, Vergebung zu schenken und das Band des Friedens zu knüpfen. Die Kirche wendet sich mit dieser Initiative an alle Menschen guten Willens in vollem Respekt ihrer Freiheit. Sie ist sich bewusst, dass sie selbst berufen ist, im Sinne des hl. Franziskus „Werkzeug des Friedens“ zu sein. Dabei hält die Kirche an ihrem eigenen Wahrheitsanspruch und Missionsauftrag fest in voller Respektierung der Freiheit der anderen Religionen und Kulturen. So legen die Christen Zeugnis dafür ab, dass sie das Heiligtum des Gewissens jedes einzelnen Menschen achten und seit dem II. Vatikanischen Konzil intensiv für die Freiheit der Religionen in der ganzen Welt eintreten.

Mit der heiligen Mutter Teresa können wir sagen: Wo beginnt der Friede? Im eigenen Herzen, wenn ich bereit bin, dem Nächsten – auch dem Fremden – die Hand zu reichen.