Erstellt am 11. April 2017, 00:58

von Abt Maximilian Heim OCist

Warten auf Ostern. Abt Maximilian Heim (Stift Heiligenkreuz) über den Geburtstag von Papst Benedikt XVI. im Lichte von Ostern.

Es trifft sich, dass der 90. Geburtstag des emeritierten Papstes Benedikt XVI. am 16. April mit Ostern zusammenfällt. In den Erinnerungen aus seinem Leben ist zu lesen, dass er am Karsamstag geboren wurde, einem Tag, an dem damals schon am Vormittag die Osternacht vorgezogen gefeiert wurde.

Sein Geburtstag war so der letzte Tag der Karwoche und zugleich der Tag, an dem das Osterlicht in die damals extra verdunkelte Kirche Einzug gehalten hat. In jener „Osternacht“ wurde das neugeborene Kind sofort getauft.

Dazu schrieb Benedikt XVI.: „Der erste Täufling des neuen Wassers zu sein, wurde als eine bedeutsame Fügung angesehen. Dass mein Leben so von Anfang an auf diese Weise ins Ostergeheimnis eingetaucht war, hat mich immer mit Dankbarkeit erfüllt, […]. Freilich – es war nicht der Ostersonntag gewesen, sondern eben Karsamstag. Aber je länger ich nachdenke, desto mehr scheint mir das dem Wesen unseres menschlichen Lebens gemäß zu sein, das noch auf Ostern wartet, noch nicht im vollen Licht steht, aber doch vertrauensvoll darauf zugeht.“

In einem Interview wurde ich gefragt, was von Papst Benedikt XVI. einmal bleiben wird. Darauf antwortete ich: „Vielleicht das Geheimnis des Senfkorns, das erst in die Erde fallen muss, damit daraus ein großer Baum wird, in dessen Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“

Sein überraschender Rücktritt war ein für sich sprechendes Zeichen seiner Demut und zugleich seiner Reformbereitschaft. Keiner seiner Nachfolger wird ungerührt an diesem revolutionären Schritt vorübergehen können. Seine Suche nach dem Wahren und deshalb nach Gott wird auch in einer postchristlichen Gesellschaft wiederentdeckt werden. Er verkündet – wie sein Nachfolger Papst Franziskus – Gott als den Gott der barmherzigen Liebe, deren Wahrheit Jesus Christus bis in den Tod am Kreuz bezeugt hat. In Jesus Christus ist der Tod überwunden. Am Ende bleibt nicht der Tod, sondern die österliche Erfahrung, dass Christus lebt.

In Heiligenkreuz durften wir den Geburtstag von Benedikt XVI. vorfeiern, nicht ohne den Hinweis des Hauptreferenten Kardinal Kurt Koch, dass für uns Christen der Geburtstag für das ewige Leben erst unser Sterbetag ist – im österlichen Licht.