Erstellt am 06. Juli 2016, 12:14

von Petrus Pilsinger

Zeit für Schlusspfiff. Abt Petrus Pilsinger (Stift Seitenstetten) über den bevorstehenden Urlaub als Zeit der Erholung und der Regeneration.

Island gegen England bei der Fußball-EM! Die letzten 20 Minuten waren hoch dramatisch: Für die einen unendlich lang, den anderen läuft die Zeit davon. Die einen laufen sich die Seele aus dem Leib, um das Ergebnis zu halten, die anderen, um es noch umzudrehen. Wie auch immer, die Zeit bis zum Schlusspfiff will durchgestanden sein. Der ersehnte oder befürchtete Schlusspfiff entscheidet über Sieg oder Niederlage und beendet Mühe, Plage und Anspannung.

Gegen Ende des Schul- und Arbeitsjahres fühle ich mich zeitweise wie ein Sportler in den letzten 20 Minuten eines Entscheidungsspiels. Die einen wollen noch alles Mögliche durchbringen, die anderen wollen schon aufhören. Sehr viel Anspannung! Meine Sehnsucht nach Entspannung steigt, höchste Zeit für den Schlusspfiff. Die Kraft ist nicht mehr da, Müdigkeit macht sich breit. Manches muss ich aber noch abschließen, Versäumtes nachholen, denn einiges habe ich (zu) lange liegen gelassen.

Chancen wurden nicht genutzt, Änderungen und Korrekturen wurden nicht durchgeführt, obwohl es bessere Lösungen geben müsste. Es gibt noch unaufschiebbare Termine vor dem Urlaub. Schließlich will man den Arbeitsbereich aufgeräumt verlassen. Aber wie in einem heißen Fußballmatch kann es schon passieren, dass man die Nerven verliert, weil man nicht mehr recht kann. Dann wird alles ein Krampf. Trotzdem muss zu Ende gespielt werden – bis zum erlösenden Schlusspfiff!

Das Schuljahr ist vorbei, die „Firm-Saison“ abgeschlossen und für mich verpflichtende Termine von Festen und Feierlichkeiten sind abgearbeitet, Energie und Motivation sind erschöpft. Wie in einem EM-Finale: höchste Zeit für den Schlusspfiff, höchste Zeit für den Urlaub, für Erholung, Entspannung und Regeneration.