Erstellt am 26. Januar 2016, 06:23

von Thomas Jorda

G’standene Landsleute. Thomas Jorda über das längst fällige Vorhaben, das Geburtshaus der Gebrüder Haydn in Rohrau im Bezirk Bruck an der Leitha auf den neuesten Stand zu bringen.

Der Witz hat einen besonders langen Bart; der nämlich, dass es zu den größten Leistungen Österreichs gehöre, aus Adolf Hitler einen Deutschen und aus Ludwig van Beethoven einen Österreicher gemacht zu haben.
Was hingegen bisher eher nicht gelungen ist, aus Joseph Haydn das zu machen, was er tatsächlich ist, einen Niederösterreicher.

Vielen gilt er als Burgenländer, sein Bruder Michael hingegen als Salzburger. Und der hat auch Populäres geschaffen, zum Beispiel das Deutsche Hochamt („Hier liegt vor deiner Majestät im Staub die Christenschar“).
Beide Haydnbrüder sind waschechte Landsleute, in Rohrau geboren, heute eine Marktgemeinde mit 1.600 Einwohnerinnen und Einwohnern im Bezirk Bruck an der Leitha. Definitiv in Niederösterreich gelegen.

Das Geburtshaus der Komponisten ist ein strohbedecktes Bauernhaus aus dem Jahr 1728. Es wurde 1958 vom Land Niederösterreich erworben, in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt und ein Jahr später in ein Museum verwandelt. Erzählt werden hier die Erfolgsgeschichten zwei der größten Künstler, die Niederösterreich je hervorgebracht hat, des 1732 geborenen Joseph und des 1737 zur Welt gekommenen Michael.

Jetzt nimmt die Landesregierung viel Geld in die Hand, nämlich 1,25 Millionen Euro, um das in die Jahre gekommene, wenig attraktive Unternehmen aus dem Dornröschenschlaf zu holen und es publikumsnah und besucherfreundlich aufzustellen.

Das war längst notwendig, aber besser spät als nie. Zu Michael Haydns 180. Geburtstag im September 2017 soll das Haus neu die Pforten öffnen. Möge die Übung gelingen – wenn wir Beethoven als Österreicher verortet haben, dann werden wir es doch schaffen, aus den Brüdern Haydn endlich g’standene Niederösterreicher zu machen!