Erstellt am 11. Oktober 2016, 07:11

von Thomas Jorda

Da geht’s zu wie im Basar.

Die Pessimisten haben es immer schon gewusst. Die Flüchtlinge essen uns, sagen sie, nicht nur die Haare vom Kopf, sie beeinflussen auch unsere Umgangsformen. Hieß es früher: Ein Mann, ein Wort!, hatte ein Handschlag noch bindende Qualität, so geht’s inzwischen sogar in der Politik zu wie im Basar.

Also: Erst dachte Außenminister Sebastian Kurz an einen Stundenlohn von einem Euro für gemeinnützige Tätigkeit von Asylanten. Dann boten die Soziallandesräte fünf Euro. Was Innenminister Wolfgang Sobotka nicht gefiel. Er fürchtete, dass unterbezahlte afghanische Polizisten Appetit auf die Fünfeuroprostundejobs bekämen. Deshalb warf er 2,50 Euro ins Spiel, meinte, dass es auch weniger sein dürfe, und sprach von 44 Stunden Arbeit im Monat. Die Soziallandesräte dachten an zehn Stunden in der Woche. Inzwischen schweigt die Debatte.

Eigentlich ist der Basar noch ein wohlmeinender Vergleich. Man könnte auch sagen: Hier wird diskutiert wie im Kindergarten.